Wegen Corona: Berlin-Tourismus um mehr als die Hälfte eingebrochen

Berlin - Ein Selfie am Brandenburger Tor ohne andere Urlauber im Bild? Das ist eigentlich kaum möglich. Doch die Corona-Krise hat auch das geändert.

Corona macht es möglich: Zwei Joggerinnen vor einem menschenleeren Brandenburger Tor. (Archivbild)
Corona macht es möglich: Zwei Joggerinnen vor einem menschenleeren Brandenburger Tor. (Archivbild)  © Fabian Sommer/dpa

Bestes Wetter in Berlin: Mehr als 30 Grad, kein Regen und kaum eine Wolke am strahlend blauen Himmel. Und doch sind nur wenige Touristen in der Hauptstadt.

Die Corona-Krise hat dem Berlin-Tourismus einen schweren Schlag versetzt. Im ersten Halbjahr kamen nicht einmal mehr halb so viele Besucher wie im Vorjahreszeitraum.

Wie das Amt für Statistik am Montag mitteilte, waren es 2,7 Millionen Gäste, ein Minus von 59 Prozent. So wenig Besucher kamen zuletzt 2004. Bei ausländischen Urlaubern war der Rückgang noch stärker: Zwei Drittel blieben weg. In ähnlichem Maße sanken jeweils die Übernachtungszahlen: Sie erreichten insgesamt noch 6,5 Millionen.

Von Mitte März bis Ende Mai gab es wegen der Pandemie ein Übernachtungsverbot für privatreisende Gäste in Berlin. Das sollte helfen, das Virus nicht weiter zu verbreiten. Dass auch die Corona-Lage in den Herkunftsländern der Urlauber entscheidend war, zeigen die USA. Von dort kam im ersten Halbjahr nur noch gut ein Viertel der üblichen Besucherzahl nach Berlin.

Leichte Entspannung der Tourismus-Branche in Sicht

Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Berlins und war in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Nach zwei erfolgreichen Monaten Anfang des Jahres habe es mit dem Lockdown im März einen Absturz bis fast auf null gegeben, sagte Burkhard Kieker, Chef der Tourismusgesellschaft Visit Berlin, der Deutschen Presse-Agentur.

Im Vergleich zu manchen anderen Städten stehe die Hauptstadt laut Aussage von Kieker aber noch gut da. "Das liegt daran, dass wir auch bei deutschen Touristen sehr beliebt sind." Es gebe zudem schon wieder Gäste vor allem aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, die nach Berlin kämen, sagte Kieker. Auch aus Großbritannien sei das zu beobachten. "Aber viele europäische Gäste fehlen noch."

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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