Wegen Corona-Infektion: Paar heiratet in Schutzanzügen

Neu Delhi (Indien) - Ein Paar aus Indien hat wegen einer Corona-Infektion in Schutzanzügen und Masken geheiratet. Auf dem Weg zu ihrer Hochzeit habe die Braut erfahren, dass sie Corona hat, sagte ein Mitarbeiter der Behörde der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Schutzanzüge, Maske, Gesichtsvisiere. All das wurde in Indien für eine Hochzeit benötigt. (Symbolbild)
Schutzanzüge, Maske, Gesichtsvisiere. All das wurde in Indien für eine Hochzeit benötigt. (Symbolbild)  © 123RF / Ivan Ekushenko

Die Gesundheitsbehörden hätten ihr das positive Testergebnis im Auto am Telefon mitgeteilt, und sie aufgefordert, gleich in ein Corona-Zentrum zu kommen.

Doch die Familien des Paars hätten darauf bestanden die Hochzeit am Sonntag fortzusetzen. Bilder und Videos der Hochzeitsfeier gingen auf den sozialen Medien in Indien viral.

Die Familien hatten in den Tagen davor schon mehrere Hochzeitsrituale abgehalten, wie es bei in einer gewöhnlich mehrtägigen hinduistischen Hochzeit üblich sei, sagte ein Mitarbeiter des Corona-Zentrums.

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Und dann hätten sie die Feierlichkeiten am wichtigsten Zeremonientag am Sonntag wegen Corona nicht abbrechen wollen.

Das hätten die Gesundheitsbehörden im Bundesstaat Rajasthan verstanden und ihnen erlaubt auf dem Gelände des Corona-Zentrums zu heiraten - aber nur in Schutzanzügen, mit Maske, Gesichtsvisieren und Plastikhandschuhen und nur mit einem Priester, den Eltern des Bräutigams und dem Vater der Braut.

Twitter-Video zeigt die Hochzeits-Zeremonie mit Schutzanzügen und Masken

Nach der Hochzeit mussten Ehefrau und ihre Mutter ins Corona-Zentrum

Ihre Mutter sei gleich im Zentrum isoliert worden, da sie wie ihre Tochter Corona-positiv war. Die übrigen Gäste seien heimgeschickt worden. Stattdessen seien noch drei örtliche Behördenmitarbeiter bei der Zeremonie dabei gewesen.

Und um doch noch für etwas Stimmung zu sorgen, hätten die Behörden einen traditionellen Baldachin organisiert, sagte der Behördenmitarbeiter. Darunter lief das Paar Hand in Hand um ein Feuer und sie hingen einander Blumenketten um den Hals, während der Priester Mantras sang und die Anwesenden klatschten und die beiden mit Blütenblättern bewarfen - so wie es die Tradition eben verlangt.

Gleich nach der Zeremonie hätte auch die neue Ehefrau wie ihre Mutter ins Corona-Zentrum gemusst. Erst wenn sie die Krankheit überstanden habe und ein negativer Test vorliege, dürfe sie zu ihrem Mann ziehen, sagte der Mitarbeiter des Corona-Zentrums. In Indien gibt es in absoluten Zahlen am zweitmeisten bekannte Corona-Fälle - insgesamt 9,6 Millionen. Nur in den USA wurden bisher noch mehr Fälle erfasst.

Titelfoto: 123RF / Ivan Ekushenko

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