Seit Monaten Corona-Stillstand: So halten sich Sachsens Landesliga-Kicker im Lockdown fit!

Dresden - Der Ball ruht, doch die Kicker reißen Kilometer! Wie in den meisten Sportarten auch, herrscht bei den Amateur- und Freizeitfußballern seit November 2020 absoluter Stillstand. Der Vereinssport im Winterschlaf - oder besser: Im Corona-Wachkoma. Doch auch wenn alles stillsteht, Sachsens Landesliga-Kicker sind fleißig.

Die Sport- und Fußballplätze in Sachsen sind gesperrt. Wann es wieder losgeht mit dem Vereinssport, ist ungewiss.
Die Sport- und Fußballplätze in Sachsen sind gesperrt. Wann es wieder losgeht mit dem Vereinssport, ist ungewiss.  © Marko Förster

Gerade der Vereinssport leidet in diesen Monaten gewaltig. Was jahrelang mehr als selbstverständlich war, ist untersagt. Kein Training, kein Spiel, keine stinkende Kabine.

Stattdessen, wie schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020, gähnende Leere auf den Sportplätzen und in den Vereinsgebäuden.

Seit November 2020 hört man nun, je nach Wetterlage, erneut jeden Grashalm wachsen und jede Schneeflocke fallen.

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Und während die Profisportler weiter ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen können, hält man sich in Bautzen, Niesky, Pirna, Freital oder Leipzig in Eigenregie und ohne Teamkameraden fit.

Fit, für einen bislang noch nicht absehbaren Restart.

Budissa Bautzen nimmt die Fans und Sponsoren mit auf die Laufrunde

Großer Garten, Schnee, Laufschuhe. Für viele Amateurkicker sieht die sportliche Betätigung am Nachmittag aktuell so eintönig aus.
Großer Garten, Schnee, Laufschuhe. Für viele Amateurkicker sieht die sportliche Betätigung am Nachmittag aktuell so eintönig aus.  © Lutz Hentschel

So reißen beispielsweise die Landesliga-Kicker des FSV Budissa Bautzen gemeinsam mit Fans, Sponsoren und Trainern ordentlich Kilometer.

"Wöchentlich wechselnde Partner fordern die Laufgemeinschaft immer wieder mit Zielen heraus, die möglichst erlaufen werden sollen", so die Budissen in einer offiziellen Mitteilung.

Die Laufleistung wird dann über die "Runtastic-App" festgehalten und gezählt.

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Ähnliches Bild auch beim Liga-Kontrahenten des VfL Pirna-Copitz. Ex-Dynamo Frank Paulus (42) trainiert die Lila-Weißen inzwischen im dritten Jahr, nachdem er bei den Copitzern seine Karriere einst ausklingen ließ.

Für den Ex-Profi ist diese Situation durchaus eine Herausforderung. Doch sein Gebot der Stunde ist einmal mehr: "Klotzen statt Kleckern."

"Klotzen statt Kleckern": Ex-Dynamo Frank Paulus schickt den VfL Pirna-Copitz in den mannschaftsinternen Kilometer-Wettbewerb

Das Copitzer Trainerteam um Frank Paulus (42) fiebert dem Trainingsstart entgegen. (Archivbild).
Das Copitzer Trainerteam um Frank Paulus (42) fiebert dem Trainingsstart entgegen. (Archivbild).  © Marko Förster

"Wir haben insgesamt fünf Viererteams gebildet. Über die Runtastic-App legen die Männer wöchentlich einige Kilometer zurück. Innerhalb der Gruppen werden diese dann zusammengezählt", so Paulus.

Als Ansporn gibt es neben der Schmach fürs Verliererteam auch etwas zu holen: "Die Mannschaft, welche zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes die wenigsten Kilometer gesammelt hat, darf dem Rest der Truppe Essen und Getränke spendieren", so der 42-Jährige weiter.

Der einstige Zweitliga-Kicker läuft auch fleißig mit, hofft aber vor allem, dass er seine Schützlinge bald mal wieder sehen darf: "Stand jetzt, geht man davon aus, dass es im März wieder losgeht."

Neben Bautzen und Pirna sind aber auch die anderen Landesligisten fleißig unterwegs.

Liga-Neuling SC Freital professionell, Vorjahresmeister SV Einheit Kamenz läuft durchs Sorbenland

Während man beim Aufsteiger und aktuellen Tabellenführer SC Freital zum einen fleißig individuell abgestimmte Trainingspläne abarbeitet, macht man es den Profifußballern darüber hinaus gleich und hält regelmäßig gemeinsame Cyber-Trainingseinheiten ab.

Als Vorbild hat man sich da keinen geringeren als den deutschen Rekordmeister FC Bayern München genommen.

Und auch der letztjährige Sachsenliga-Meister SV Einheit Kamenz spult ordentlich Kilometer ab. Die Lessingstädter erkunden das Sorbenland, ebenfalls wöchentlich, mit ihren Laufschuhen und Pulsuhren.

Bleibt zu hoffen, dass auch bald mal wieder der Ball rollt und die "helle Sohle" demnächst wieder gegen ein paar ordentliche Stollenschuhe eingetauscht werden kann.

Titelfoto: Marko Förster

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