Welche Rolle spielen Kinder bei der Ausbreitung des Coronavirus?

Berlin - Viel wurde debattiert in den vergangenen Tagen: Sollten Schulen und Kitas wieder öffnen oder ist das Risiko für eine Beschleunigung der Corona-Welle zu groß? Ersten Daten zufolge sind Kinder von dem Virus möglicherweise seltener betroffen - und erkranken kaum.

Kinder laufen vor einer Wand, an der ein Graffiti prangt, das dank gegenüber Ärzten ausdrückt.
Kinder laufen vor einer Wand, an der ein Graffiti prangt, das dank gegenüber Ärzten ausdrückt.  © dpa/Muhammad Zaenuddin/ZUMA Wire

Erste Datenanalysen weißen darauf hin, dass Kinder weniger vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen sind als Erwachsene. 

Forscher um Kári Stefánsson vom isländischen Unternehmen deCODE Genetics in Reykjavik hatten bei bevölkerungsbezogenen Tests rund 13.000 Personen untersucht. 

Dabei waren 0,6 Prozent der Frauen und 0,9 Prozent der Männer infiziert. Bei Kindern unter 10 Jahren gab es keinen einzigen positiven Befund, bei Menschen ab 10 Jahren waren es 0,8 Prozent, wie es im Fachjournal "New England Journal of Medicine" heißt.

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Island hatte gegen die Ausbreitung des Virus Maßnahmen wie das Verbot von Versammlungen mit mehr als 20 Teilnehmern verhängt, Schulen und Kindergärten blieben aber mit Einschränkungen weitgehend geöffnet. 

Ähnliche Studie wurden auch von EU-Gesundheitsbehörde durchgeführt

Damit nicht reihenweise Kinder und Familien am Coronavirus erkranken, wurde dieser Spielplatz in Düsseldorf geschlossen.
Damit nicht reihenweise Kinder und Familien am Coronavirus erkranken, wurde dieser Spielplatz in Düsseldorf geschlossen.  © dpa/Martin Gerten

Zuvor hatten bereits andere Analysen auf eine vergleichsweise geringe Beteiligung von Kindern am Infektionsgeschehen hingewiesen. 

Unter den erfassten Covid-19-Fällen hätten Kinder nur einen sehr kleinen Anteil, heißt es von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Nur rund ein Prozent der Fälle seien bei Kindern unter 10 Jahren erfasst, vier Prozent bei 10- bis 19-Jährigen. 

Kinder scheinen genauso wahrscheinlich infiziert zu werden wie Erwachsene, haben aber ein wesentlich geringeres Risiko als Erwachsene, Symptome zu entwickeln oder ernsthaft zu erkranken. 

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Unsicherheiten gebe es derzeit noch bei der Beurteilung, in welchem Ausmaß infizierte Kinder mit kaum oder keinen Symptomen andere Menschen anstecken können.

So schätzt die WHO die Gefahr durch Kinder ein

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte es in einem Vergleich von Covid-19 und Influenza im März geheißen, dass Kinder bei der Corona-Pandemie anders als bei der Grippe wohl keine bedeutsamen Treiber für Übertragungen seien. 

Erste Auswertungen hätten gezeigt, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten ließen zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken. 

Zudem stecken sich Erwachsene demnach möglicherweise kaum bei Kindern an.

Titelfoto: dpa/Muhammad Zaenuddin/ZUMA Wire, dpa/Martin Gerten

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