Kölner Karnevals-Massen: So denkt Weltärzte-Chef Montgomery über die Szenen

Köln - Die Bilder von dicht gedrängten Menschen beim Kölner Karneval sorgten deutschlandweit für Aufsehen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery (69), zeigte sich entsetzt.

Frank Ulrich Montgomery (69), Chef des Weltärztebundes, reagierte entsetzt auf die Partymassen beim Kölner Karneval.
Frank Ulrich Montgomery (69), Chef des Weltärztebundes, reagierte entsetzt auf die Partymassen beim Kölner Karneval.  © Guido Kirchner/dpa

Punkt 11.11 Uhr hatten Tausende Menschen den Karnevalsanfang in Köln bejubelt. In den wichtigsten Partyzonen der Stadt galt die 2G-Regel. Wer getestet oder genesen war und dies nachwies, konnte fröhlich feiern.

Die Stadt Köln betonte am Nachmittag, die Zugänge unter Kontrolle gehabt zu haben.

Auf der Zülpicher Straße sorgten diese Bilder von dichten Menschenmassen trotzdem für Aufsehen.

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Frank Ulrich Montgomery als Chef des Weltärztebundes sagte im RTL-Aktuell-Spezial: "Corona-Krise: Feiern in der Pandemie?" deshalb auch: "Ich gönne jedem seinen Spaß, aber das ist gerade eine Unzeit!" Ihn hätten die Massenbilder gegraust.

Der Mediziner ahnte in dem Moment die verheerenden Folgen, die von der Massenfeier beim Kölner Karneval ausgehen könnten: "Da werden nicht nur die Jecken darunter leiden, sondern auch die, die sich von ihnen anstecken."

Montgomery fordert Pflicht-Impfung gegen Corona in kritischen Bereichen

Menschenmassen auf der Kölner Zülpicher Straße am 11.11.2021.
Menschenmassen auf der Kölner Zülpicher Straße am 11.11.2021.  © Henning Kaiser/dpa

Montgomery sprach sich in der Sendung sogar für eine Impfpflicht für Lehrer, in der Altenpflege und bei Krankenhausmitarbeitern aus.

Dies hatte der SPD-Politiker Karl Lauterbach (58) bislang abgelehnt, da bislang keine Impfpflicht gelte.

Montgomery sah die steigenden Corona-Zahlen auch in der Gesundheitspolitik begründet, die es verschlafen habe, die Menschen für die kalte Jahreszeit erneut vorzubereiten.

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Er sprach sich in der RTL-Sendung erneut für mehr Impfungen und Booster-Impfungen aus, die die Pandemie eindämmen könnten.

Zugleich müssten die Menschen ihre Kontakte wieder einschränken.

Kölner Oberbürgermeisterin verteidigte Karnval

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos) hatte den Karnevalsauftakt trotz hoher Corona-Inzidenzen verteidigt.

"Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert", sagte sie bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Sie berief sich auf die geltenden Corona-Regeln und hohen Schutzmaßnahmen, die vor Ort umgesetzt worden seien.

Aktiv zum Feiern ohne Limit hatte sogar der Trainer des 1. FC Köln, Steffen Baumgart (49), aufgerufen. Beim Karnevalstraining war er als verkleidetes "Schweinhorn" vor die Kameras getreten.

Titelfoto: Montage: Guido Kirchner/dpa / Henning Kaiser/dpa

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