Wenn Abschlussprüfungen stattfinden, wollen Schüler klagen

Stuttgart - Schülervertreter aus zahlreichen Städten Baden-Württembergs drohen mit Klagen gegen das Land, sollten die bevorstehenden Abschlussprüfungen nicht abgesagt werden.

Schüler fordern, die Abschlussprüfungen abzusagen. (Symbolbild)
Schüler fordern, die Abschlussprüfungen abzusagen. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Abschlussnoten sollten stattdessen aus den vor Beginn der Pandemie erbrachten Leistungen gebildet werden, schlugen mehr als 65 Schülersprecher am Montag in einer Mitteilung vor. Nur so könnten Gesundheit und Gerechtigkeit im Schulsystem gewährleistet werden.

Schüler könnten wegen beeinträchtigter Vorbereitungsmöglichkeiten oder mangelhaften Infektionsschutzes vor und während der Prüfungen Rügen aussprechen, erläuterte der Stuttgarter Rechtsanwalt Engin Sanli. Er unterstützt die Initiative "Abschluss umdenken!". 

Deshalb könne es zu Klageverfahren kommen. Die Richter müssten dann entscheiden, ob die Prüflinge zum Beispiel ihr normales Leistungspotenzial wegen Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus nicht abrufen konnten.

Die Schülervertreter wiesen darauf hin, dass etliche Schüler wegen finanzieller Notlagen ihrer Familien und aus Sorge um Angehörige aus Risikogruppen unter Schlaf- und Konzentrationsproblemen litten. Fernunterricht benachteilige Schüler aus einkommensschwachen Familien, weil ihnen die technische Ausrüstung und ein geeignetes Lernumfeld fehlten. 

Die Zusicherung von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), die Pandemie werde für die Schüler keine Nachteile bringen, sei eine Farce.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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