Wie Donald Trump erst die Corona-Krise leugnete und dann zu Kriegsvokabeln griff

Washington - Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag haben wohl viele von uns überrascht. Am Beginn der Coronavirus-Pandemie war US-Präsident Donald Trump (73) davon ausgegangen, sein Land werde nicht allzu hart getroffen werden. Später griff er zu Kriegsvokabeln.

Donald Trump (73) glaubte, dass das Virus im April mit den warmen Temperaturen aussterben werde.
Donald Trump (73) glaubte, dass das Virus im April mit den warmen Temperaturen aussterben werde.  © Andrew Harnik/AP/dpa
  • "Wir haben es völlig unter Kontrolle. Es ist eine Person, die aus China kommt, und wir haben es unter Kontrolle. Es wird alles gut werden." (am 22. Januar im CNBC-Interview aus dem schweizerischen Davos; am Vortag war der erste Corona-Fall in den USA bekannt geworden)
  • "Wir haben in diesem Land im Moment ein sehr kleines Problem - fünf. Und all diese Menschen erholen sich erfolgreich." (am 30. Januar im US-Staat Michigan über die US-Corona-Fälle; am selben Tag erklärt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des Virus zur "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite")
  • "Sie wissen, dass es im April angeblich mit dem heißeren Wetter stirbt. Und das ist ein wunderbares Datum, auf das man sich freuen kann." (über das Virus am 10. Februar im Fox-Business-Interview)
  • "Bei uns geht es ganz erheblich nach unten, nicht nach oben." (am 26. Februar in einem Pressebriefing über die Zahl der US-Corona-Fälle)
  • "Es ist in etwa wie die normale Grippe, gegen die wir Impfungen haben. Und im Prinzip werden wir dafür ziemlich schnell eine Grippeimpfung bekommen." (am 26. Februar in einem Pressebriefing über Impfstoffe gegen Sars-CoV-2)

Donald Trump hielt sich für schlauer als medizinische Fachleute

US-Präsident Donald Trump (73) sprach am 15. März 2020 erstmals vom hoch ansteckenden Virus, dass dieses aber unter Kontrolle sei.
US-Präsident Donald Trump (73) sprach am 15. März 2020 erstmals vom hoch ansteckenden Virus, dass dieses aber unter Kontrolle sei.  © Andrew Harnik/AP/dpa
  • "Ich mag dieses Zeug. Ich verstehe es wirklich. Die Leute sind überrascht, dass ich es verstehe. Jeder dieser Ärzte sagte: 'Woher wissen Sie so viel darüber?' Vielleicht bin ich ein Naturtalent. Vielleicht hätte ich das tun sollen, anstatt als Präsident zu kandidieren." (am 6. März bei einem Besuch in Atlanta über die Arbeit der US-Gesundheitsinstitute)
  • "Die Fake-News-Medien und ihre Partner, die Demokratische Partei, tun alles in ihrer halbwegs beachtlichen Macht (früher war sie größer!), um die Corona-Lage stärker anzuheizen, als die Fakten es hergeben." (am 9. März auf Twitter)
  • "Es ist ein hochansteckendes Virus. Unglaublich. Aber wir haben eine ungeheure Kontrolle darüber." (am 15. März in einem Pressebriefing)
  • "Ich habe immer gewusst, dass das eine Pandemie ist. Ich hatte das Gefühl, dass es eine Pandemie ist, lange bevor es als Pandemie bezeichnet wurde." (am 17. März in einem Pressebriefing)
  • "WIR WERDEN DIESEN KRIEG GEWINNEN. Wenn wir den Sieg erringen, werden wir stärker und geeinter sein als zuvor." (am 28. März auf Twitter)

Donald Trump twittert, dass die USA "diesen Krieg gewinnen werden"

Wunschkonzert von Donald Trump: "Ich würde am liebsten mit einem großen Knall eröffnen, ein schönes Land, und einfach öffnen."

Da kann selbst Donald Trump die Coronavirus-Pandemie nicht mehr leugnen. Der Times Square in New York ist menschenleer.
Da kann selbst Donald Trump die Coronavirus-Pandemie nicht mehr leugnen. Der Times Square in New York ist menschenleer.  © Mark Lennihan/AP/dpa
  • "Wenn wir es so eindämmen können (...), dass wir zwischen 100.000 und 200.000 haben, dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht." (am 29. März über Todesfälle und bevorstehende Maßnahmen)
  • "Dieses scheußliche, scheußliche Virus. Sie sehen, wie schrecklich es ist, vor allem, wenn Sie sich die Zahlen von gestern anschauen." (am 1. April, am Vortag wurden fast 190.000 US-Infektionen bekannt)
  • "Das ist freiwillig. (...) Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun." (am 3. April über die Empfehlung an die US-Bevölkerung, Stoffmasken zum Schutz gegen das Virus zu tragen)
  • "Die WHO hat es wirklich vermasselt." (am 7. April mit dem Vorwurf an die Rolle der WHO in der Corona-Krise)
  • "Ich würde am liebsten mit einem großen Knall eröffnen, ein schönes Land, und einfach öffnen." (am 8. April im Fox-News-Interview über mögliche Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen)

Titelfoto: Mark Lennihan/AP/dpa / Andrew Harnik/AP/dpa

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