War ja klar! "Wort des Jahres" 2020 ist wirklich keine Überraschung

Wiesbaden - "Corona-Pandemie" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum "Wort des Jahres" 2020 gekürt worden.

Alle Jahre wieder kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache das "Wort des Jahres". (Symbolbild)
Alle Jahre wieder kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache das "Wort des Jahres". (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Auf dem zweiten Platz landete "Lockdown", wie die Gesellschaft am Montag in Wiesbaden mitteilte. Rang drei belegt "Verschwörungserzählung".

Bei der Aktion wählt eine Jury seit 1977 regelmäßig zehn Wörter und Wendungen aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

Die Begriffe stammen aus einer Sammlung von mehreren Tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden.

Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum "Wort des Jahres" gekürt, 2018 war es "Heißzeit".

Acht Wörter zur Corona-Krise in den Top-Ten

Corona-Pandemie ist das "Wort des Jahres" 2020. Gleich acht Wörter zur Krise schafften es in die Top-Ten.
Corona-Pandemie ist das "Wort des Jahres" 2020. Gleich acht Wörter zur Krise schafften es in die Top-Ten.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski sagte, Corona habe nicht nur beispielsweise die Wirtschaft, die Kultur und das Privatleben tief gehend beeinflusst. "Die Pandemie hat sprachlich für eine Vielfalt neuer Wortbildungen gesorgt." Als Beispiele nannte er Corona-Krise, Corona-Hilfspaket oder coronabedingt.

Auf Platz vier schaffte es dennoch ein Begriff, der mit dem Virus nichts zu tun hat: "Black Lives Matter". Die internationale Anti-Rassismus-Bewegung hatte 2020 durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Festnahme neuen Auftrieb erhalten.

Platz fünf belegte "AHA", das Buchstaben-Kurzwort zu den Corona-Regeln "Abstand, Hygiene, Alltagsmaske". Einen Platz dahinter landete "systemrelevant", es steht für Unternehmen oder Berufsgruppen, die in der Corona-Krise als unverzichtbar eingestuft wurden.

Mit "Triage» auf Platz sieben habe es ein französischstämmiger Ausdruck auf die Liste geschafft, der für eine der dunkelsten Seiten der Corona-Pandemie stehe, erläuterte Schlobinski. Abgeleitet von "trier" (sortieren) bedeutet das medizinische Fachwort so viel wie "Entscheidung, wer zuerst versorgt werden soll".

Mit den "Geisterspielen" auf Platz acht sind insbesondere Fußballspiele gemeint, die zur Vermeidung von Masseninfektionen vor leeren Rängen stattfinden.

Das "Gendersternchen" auf Platz neun symbolisiert die zunehmende Diskussion um geschlechtergerechten oder -sensitiven Sprachgebrauch, wie Schlobinski erläuterte.

Auf Platz zehn steht die Abschiedsgrußformel "Bleiben Sie gesund!" - in Corona-Zeiten vielfach verwendet.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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