Wüst drängt auf 2G-Treffen: "Virus wartet nicht, bis sich eine Regierung gebildet hat"

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) drängt erneut auf ein schnelles Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage und Gespräche über eine bundesweite 2G-Regelung.

Der NRW-Ministerpräsident fordert ein schnelles 2G-Treffen von Bund und Ländern.
Der NRW-Ministerpräsident fordert ein schnelles 2G-Treffen von Bund und Ländern.  © Marius Becker/dpa

"Ich glaube, wir sollten darüber zu einer Verständigung kommen deutschlandweit, dass wir nicht am Ende wieder einen Flickenteppich haben. Und 2G scheint ein probates Mittel zu sein, darüber müssen wir reden", sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch im Deutschlandfunk.

2G bedeutet Zugang zu bestimmten Orten und Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene.

"Wir sind auch notfalls allein handlungsfähig, aber mein Prä [hier etwa: mein bevorzugtes Vorgehen, Anm. d. Red.] wäre gemeinsam im Länderkreis mit dem Bund eine gemeinsame Strategie", sagte der NRW-Regierungschef.

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Am besten sei eine Ministerpräsidentenkonferenz noch in dieser Woche, hatte Wüst am Vortag in Düsseldorf gefordert.

Die SPD-Länder täten sich derzeit noch schwer mit einem Bund-Länder-Treffen, weil sie den Kalender voll hätten mit Koalitionsverhandlungen, sagte Wüst in dem Interview.

"Aber das Virus wartet nicht, bis sich eine Regierung gebildet hat, das sehen Sie an den extrem steigenden Zahlen."

Hendrik Wüst sieht Impfpflicht kritisch

Eine Impfpflicht sieht Wüst angesichts der klar anderslautenden Zusagen der Politik weiter skeptisch: "Die Politik ist da im Wort, und ich bin sehr, sehr vorsichtig, nach 19 Monaten Pandemie mit immer mehr Druck zu regieren, vor allen Dingen, wenn man dann noch wortbrüchig wird."

Es sei wichtig, dass die Menschen bei den Corona-Maßnahmen mitgingen. "Ich bin nicht sicher, ob das noch der Fall ist, wenn wir jetzt wortbrüchig werden, wenn man eine Pflicht, einen Zwang hat, den man dann ja auch umsetzen muss."

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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