Zu früh für "Freedom Day": Infektiologe mahnt, dass Corona-Maßnahmen bleiben müssen

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde (47) hat in der Debatte um eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland zur Vorsicht gemahnt.

Laut dem Düsseldorfer Infektiologen Tom Lüdde (47) wäre die Aufhebung der epidemischen Lage verfrüht. (Symbolbild)
Laut dem Düsseldorfer Infektiologen Tom Lüdde (47) wäre die Aufhebung der epidemischen Lage verfrüht. (Symbolbild)  © 123rf/yarkovoy

Es gebe noch Millionen von Ungeimpften, darunter drei bis vier Millionen Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf der Kölnischen Rundschau.

Durch saisonale Effekte in Herbst und Winter begünstigt, könne eine rasch ablaufende Covid-19-Welle zu zahlreichen Toten führen und die Krankenhäuser erneut an ihre Grenzen bringen.

Für einen "Freedom Day" wäre es jedenfalls zu früh, betonte der Mediziner. Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) will die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite - Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen - Ende November auslaufen lassen.

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Es soll aber bei Maßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln bleiben und handelt sich nicht um einen "Freedom Day". Der Begriff stammt aus England, wo am 19. Juli die Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben worden waren. Einige Experten warnen allerdings, dass die Bevölkerung das Auslaufen der bundesweiten Corona-Notlage als "Freedom Day" verstehen könnte.

Lüdde sagte, es sei zu früh, Covid-19 "freien Lauf" zu lassen. Durch die Delta-Variante sei das Risiko für Ungeimpfte noch gestiegen. Die wachsende Zahl von Impfdurchbrüchen sei nicht überraschend.

Schwere Verläufe gebe es ganz überwiegend bei schwer vorerkrankten, hochaltrigen oder immungeschwächten Menschen. Impfungen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verläufe.

Titelfoto: 123rf/yarkovoy

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