Zukunftsexperte zieht Bilanz: Wie korrekt waren seine Prognosen zu Beginn der Corona-Krise?

Wien (Österreich) - Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem und hat sie in den letzten Monaten grundlegend verändert. Vor sechs Monaten war die Verunsicherung vermutlich aber noch größer als heute. Am 21. März 2020 meldete sich deshalb der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (65) mit seinem Text "Die Zukunft nach Corona" zu Wort (TAG24 berichtete). Wohl auch, um dabei zu helfen, ein wenig Orientierung zu geben. 

Matthias Horx (65) ist ein Zukunfts- und Trendforscher.
Matthias Horx (65) ist ein Zukunfts- und Trendforscher.  © Gregor Fischer/dpa

Jetzt hat der 65-Jährige nachgelegt und zieht Bilanz in seiner neuen Kolumne: "Die Herrschaft der Angst bestreiten - Was aus meiner Corona Re-Ggnose geworden ist".

Zeichnete Horx vor sechs Monaten ein völlig falsches Zukunftsbild oder war er erstaunlich treffsicher? Letzteres scheint tatsächlich eher der Fall zu sein. 

Unbestritten sorgte sein Text für viel Aufsehen und ging auf Horx' Seite viral, generierte dort deutlich über eine Million Klicks, wie der Autor in seinem neuen Buch "Die Zukunft nach Corona" berichtete.

In seiner neuen Kolumne schreibt Horx, der mit seiner Familie in Wien lebt: "... So sehr man auch vom Zukunftsforscher erwartet, 'die wahre Zukunft' zu kennen oder 'Alles wird Gut!' zu predigen – es ging um etwas anderes."

Und weiter: "'Die Zukunft nach Corona' war ein Text gegen die Herrschaft der Angst. Ich wollte zeigen, dass Krisen immer auch eine ANDERE SEITE haben." Letzten Endes knickt der Zukunftsforscher dann doch ein und lässt sich im letzten Teil des Textes zu einem Fazit seiner Prognosen "verführen".

Und so schreibt Matthias Horx scheinbar widerwillig: "Was wurde also aus meinen 'Prognosen' – die eigentlich keine waren, aber irgendwie trotzdem welche sind?"

Horx war etwas zu optimistisch

Die Welt wartet leider noch immer auf einen Impfstoff (Symbolbild).
Die Welt wartet leider noch immer auf einen Impfstoff (Symbolbild).  © Sakchai Lalit/AP/dpa

Die Liste seiner "Treffer" fällt dabei recht lang aus. Unter anderem schreibt der gebürtige Kieler:

  • "Europa ist nicht auseinandergefallen."
  • "Wir haben trotz einer gewaltigen Schrumpfung der Ökonomie keinen Wirtschaftszusammenbruch erlebt. Die Wirtschaft hat sich, ähnlich wie die Politik, als erstaunlich PLASTISCH herausgestellt..."
  • "Unsere Arbeitsformen haben sich verändert – sie re-organisieren sich dauerhaft in Richtung neuer Work-Life-Hybridität."
  • "Unser Reiseverhalten ist in einem Umwälzungsprozess begriffen, nicht nur in einem Zwischenstopp..."
  • "... eine neue Unterdrückung der Frauen, oder eine neue Epidemie der Einsamkeit, ist so nicht eingetreten."
  • "Erstaunlich viele Menschen waren in der Corona-Krise glücklich. Noch erstaunlicher: Die Lebenszufriedenheit stieg in den ärmeren und sank in den reicheren Schichten!"

Matthias Horx hat mit seinem Text vom März durchaus gute Prognosen abgegeben. Etwas zu optimistisch fiel jedoch diese Passage aus, in der er schrieb: "... Wir werden uns wundern, dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen..."

An diesem Punkt ist die Menschheit trotz erster zarter Erfolge leider noch nicht. Mehrere Länder in Europa werden derzeit von heftigen zweiten Wellen geplagt, manche erwägen neue Lockdowns.

Dennoch: Der Text von Matthias Horx gab im März vielen Halt und Orientierung und hatte seine "Treffer". Den neuen Text könnt Ihr hier komplett lesen

Nicht alles, was Horx darin schreibt, konnte an dieser Stelle berücksichtigt werden. Es lohnt sich daher wirklich den ganzen Text zu lesen!

Titelfoto: Sakchai Lalit/AP/dpa/Gregor Fischer/dpa

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