Neonazi-Prozess: "Rassismus tötet!" organisiert Kundgebung am Amtsgericht Leipzig

Leipzig - Die Gruppe "Rassismus tötet!" veranstaltet am Dienstag vor dem Amtsgericht Leipzig eine Kundgebung. Anlass ist der dort stattfindende Prozess gegen Riccardo S. und Martin K.

Am Dienstagmorgen soll vor dem Leipziger Amtsgericht eine Kundgebung von "Rassismus tötet!" stattfinden. (Archivbild)
Am Dienstagmorgen soll vor dem Leipziger Amtsgericht eine Kundgebung von "Rassismus tötet!" stattfinden. (Archivbild)  © Ralf Seegers

Die beiden Männer waren im Jahr 2016 am Überfall auf Connewitz beteiligt. Damals attackierten rund 250 Neonazis den Stadtteil, griffen Menschen an und verwüsteten Geschäfte und Kneipen.

Bereits Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (43) kritisierte in der Vergangenheit die nur langsam voranschreitenden Verurteilungen, die nun - sechs Jahre nach dem Angriff - noch immer laufen.

Nach Auffassung von "Rassismus tötet!" sei das Amtsgericht Leipzig "zur juristischen Aufarbeitung der Geschehnisse bisher offensichtlich nicht in der Lage oder willens" gewesen.

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"Nicht zuletzt kritisieren wir, dass Forderungen der Bewohner*innen in Connewitz und Leipzig, nämlich dass zu zahlende Strafgelder an Projekte im Stadtteil Connewitz gehen sollen, vom Amtsgericht ignoriert werden", teilte die Gruppe am Montag mit.

Die aus diesen Gründen geplante Kundgebung unter dem Motto "Keine Einzeltäter – rechtes Netzwerk immer noch aktiv" soll am Dienstag um 9.30 Uhr vor dem Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße stattfinden.

Titelfoto: Ralf Seegers

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