Auf diesen Strecken fährt die Deutsche Bahn trotz XXL-Streik

Berlin - Ab der Nacht zum morgigen Donnerstag wird der Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn von der Gewerkschaft GDL bestreikt. Auf vielen Strecken kommt es daher zu Ausfällen, auf anderen zu erheblichen Einschränkungen. TAG24 erklärt, wo und in welchem Takt Züge dann noch rollen.

Während des Bahn-Streiks fahren nur wenige Züge. Vom 2. bis 7. September werden Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn bestreikt.
Während des Bahn-Streiks fahren nur wenige Züge. Vom 2. bis 7. September werden Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn bestreikt.  © dpa/Sven Hoppe

Während der Güterverkehr schon jetzt stillsteht, geht es für den Personenverkehr ab 2 Uhr in der kommenden Nacht los.

Reisende müssen sich darauf einstellen, dass ein Großteil der Züge ausfällt. Die Bahn plant, einen Anteil von einem Viertel aller planmäßigen Fernverkehrsverbindungen aufrechtzuerhalten. Dieser verteilt sich auf den Strecken jedoch ganz unterschiedlich.

Auf wichtigen Verkehrsachsen soll laut Bahn ein Zwei-Stunden-Takt angeboten werden. Auf anderen Verbindungen geht es unregelmäßiger zu. Wiederum andere Strecken werden nur von Bussen angefahren.

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Den Zwei-Stunden-Takt wird es so etwa zwischen Hamburg - Bremen - Essen geben, aber auch auf der Route von Hamburg nach Frankfurt am Main über Hannover und Fulda. Ebenso soll es zwischen München und Frankfurt (über Nürnberg und Würzburg) oder auch München über Stuttgart nach Mannheim den Zwei-Stunden-Takt geben. Ebenfalls alle zwei Stunden sind Reisende zwischen Köln über Frankfurt, Würzburg und Ingolstadt nach München unterwegs.

Zwischen Dresden und Berlin sollen Busse alle zwei Stunden die ausgefallenen Züge ersetzen.

Gut läuft es also vor allem zwischen den großen Ballungsgebieten. Seltener werden Städte wie Erfurt, Stralsund, Saarbrücken oder auch Emden und Leipzig an das Fernverkehrsnetz angebunden.

Internationale Reisen weitgehend möglich

In die deutschen Nachbarländer fließt der Bahnverkehr oft in Kooperation mit den Unternehmen der jeweiligen Staaten. Diese fahren trotz des Streiks bis nach Deutschland. So sind Fahrten ins Ausland von den Grenzregionen aus möglich.

Gefahren wird auf diesen Strecken:

  • Dresden - Prag (- Budapest)
  • München - Salzburg - Wien - Budapest
  • München - Innsbruck - Verona
  • Passau - Linz - Wien
  • Stuttgart - Paris
  • Frankfurt - Paris
  • Frankfurt - Marseille
  • Frankfurt - Köln - Brüssel
  • Frankfurt - Köln - Amsterdam
  • Bad Bentheim - Amsterdam
  • Hamburg - Frankfurt - Basel - Zürich/Chur
  • Singen - Schaffhausen - Zürich

Nach Polen und Dänemark ist kein Fernverkehr der Deutschen Bahn geplant.

Im Nahverkehr sehr verschiedenes Angebot

Im Nahverkehr ist das Angebot sehr verschieden. Zuständig sind die unterschiedlichen Verkehrsverbünde, die sich um das Ersatzangebot kümmern müssen. Reisende finden Informationen dazu auf den Webseiten ihrer Nahverkehrsverbünde und auf bahn.de/aktuell.

Nicht betroffen von dem Streik sind private Zuganbieter. Beispielsweise fahren der FlixTrain, aber auch Nahverkehrszüge, die nicht von der Deutschen Bahn betrieben werden (beispielsweise die Hessische Landesbahn, Vlexx oder Mitteldeutsche Regiobahn).

Bahn rät zu Verschiebung der Reisen, Stornierung aber auch möglich

Einer der wenigen: FlixTrain wird nicht bestreikt und fährt daher regulär durchs Land.
Einer der wenigen: FlixTrain wird nicht bestreikt und fährt daher regulär durchs Land.  © DPA/Christoph Schmidt

Aufgrund der vielen Zugausfälle rät die Bahn allen Personen, "die nicht zwingend fahren müssen", die Verschiebung ihrer Reisen, so die Bahn.

Bereits gekaufte Fahrkarten für den Zeitraum 2. bis 7. September gelten flexibel für Fahrten auf derselben Strecke zwischen dem gestrigen Dienstag und Freitag, dem 17. September.

Die Tickets (auch Sitzplatzreservierungen) können kostenfrei storniert werden.

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Für Züge, die während des Streiks fahren, rechnet die Bahn mit einer sehr hohen Auslastung. "Wir empfehlen, in diesem Zeitraum einen Sitzplatz zu reservieren", so die Bahn dazu.

Titelfoto: Montage: dpa/Christoph Schmidt, PR/Deutsche Bahn

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