Bahn testet neue Fenster, damit Reisende in Zügen besser telefonieren können

Berlin - Mit neuen Fensterscheiben will die Bahn erreichen, dass mehr Handynetz in ihre Züge kommt.

Surfen geht in den Zügen der Bahn oft nur mit schlechtem Netz. (Symbolbild)
Surfen geht in den Zügen der Bahn oft nur mit schlechtem Netz. (Symbolbild)  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Jeder, der mindestens ab und zu mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, weiß, dass das Handynetz in Deutschland sehr viele Lücken hat. Und wenn es mal Netz gibt, dann ist es zumeist grottig.

Laut Bundesnetzagentur kommen die Netzanbieter entlang den ICE-Trassen auf 80 bis 96 Prozent Abdeckung. Davon kommt jedoch nur ein Bruchteil im Zug an. 

"Scheiben im ICE verschlechtern den Empfang massiv und sorgen so dafür, dass zum Beispiel von 300 MBit pro Sekunde, die direkt am Gleis außerhalb des Zuges erreicht werden können, nur noch 30 MBit im ICE ankommen", sagte ein Vodafone-Sprecher gegenüber Travelbook.

"Die Fenster sind mit einer dünnen Metallschicht versehen, die Sonnenstrahlung fernhält. Auch Mobilfunkwellen gelangen nur schwer durch die Metallschicht ins Zuginnere", erklärt ein Bahn-Sprecher dem Reiseportal.

Das will die Bahn nun ändern und testet aus diesem Grund neue Technik an einem ICE-Zug.

Netzanbieter auch in der Pflicht

Wird Telefonieren im Zug besser?
Wird Telefonieren im Zug besser?  © dpa/Jörg Carstensen

Derzeit sorgen Mobilfunk-Repeater, also Handy-Verstärker, für einen besseren Empfang in den neueren und umgebauten, älteren Zügen. Diese greifen das Handynetz außerhalb des Zuges über eine Antenne auf und leiten es über Kabel nach innen weiter. Reisende kommen dann mitunter in guten Zeiten sogar in den Genuss von LTE-Netz.

Doch die zum Teil störanfällige Technik soll mit der Zeit in den Ruhestand versetzt werden. 

Zum Einsatz sollen dann frequenzdurchlässige Scheiben kommen. Diese wurden mit einem Laser so bearbeitet, dass die wärmeabweisende Schicht das Handynetz durchlässt.

Der Vorteil daran: Die Scheiben müssen nicht gewartet werden und lassen sogar ohne Updates jedes Netz durch. Selbst der bald zum Einsatz kommende 5G-Standard soll kein Problem für die neuen Fenster darstellen.

Die Scheiben sind indes keine Zukunftsmusik: Sie werden bereits jetzt getestet, berichtet Travelbook unter Berufung auf Bahn-Informationen. Bis zum Ende des Jahres soll der Test unter realen Bedingungen andauern. Wenn er gut verläuft, könnte schon bald mit dem Umbau der Fenster an anderen Zügen begonnen werden.

Bei dem Test und allem Optimismus sei aber nicht vergessen, dass auch die Netzbetreiber in der Pflicht sind und weiter an den Strecken ihr Angebot ausbauen müssen.

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