Bahn will Streik abwenden und legt neues Angebot vor

Berlin - Ist der Bahn-Streik doch noch abwendbar?

Es fahren keine Züge: Die düstere Aussicht für die nächsten Tage - sofern der Streik nicht jetzt noch platzt.
Es fahren keine Züge: Die düstere Aussicht für die nächsten Tage - sofern der Streik nicht jetzt noch platzt.  © dpa/Peter Endig

Die Deutsche Bahn hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhalte eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie am Mittwoch aus Bahnkreisen verlautete.

Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert.

Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Kurz zuvor hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen.

Bahnstrecke Lübeck-Kiel von Montag an für sieben Wochen gesperrt
Deutsche Bahn Bahnstrecke Lübeck-Kiel von Montag an für sieben Wochen gesperrt

Schon vor der vorigen Streikrunde in der vergangenen Woche hatte die bundeseigene Bahn eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und damit gehofft, den damaligen Arbeitskampf noch abwenden zu können. GDL-Chef Claus Weselsky (62) hatte den Vorstoß aber kurz darauf abgelehnt und unter anderem kritisiert, dass die Bahn keine konkrete Zahl genannt habe.

Die nun angebotenen 600 Euro Prämie entsprechen der Forderung der Gewerkschaft.

Das fordert die GDL

Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wollen vom 2. bis 7. September streiken.
Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wollen vom 2. bis 7. September streiken.  © dpa/Sven Hoppe

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 29 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird. Eine Antwort Weselskys auf das Angebot der Bahn stand zunächst aus.

Die Gewerkschaft hatte am Mittwochnachmittag mit dem Streik im Güterverkehr begonnen. Am Donnerstagmorgen um 2 Uhr soll der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet werden. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Streik dieses Mal dauern.

Ob die Bahn mit dem erneuten Vorstoß den Arbeitskampf noch verhindern kann, war zunächst offen.

Titelfoto: dpa/Peter Endig

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