GDL-Streik trifft vor allem Bahnkunden im Osten: Weselsky mit Auftritt in Dresden

Dresden - Ausgedünnter Fahrplan, volle Züge und lange Schlangen vor den Reisezentren: Auch am zweiten Tag hat der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) den Bahnverkehr im Südosten stark eingeschränkt.

Claus Weselsky (unten links), Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), spricht auf einer Kundgebung vor dem Dresdner Hauptbahnhof.
Claus Weselsky (unten links), Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), spricht auf einer Kundgebung vor dem Dresdner Hauptbahnhof.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Unterdessen ließ sich der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky (62), am Hauptbahnhof Dresden blicken. Dort sprach der 62-Jährige auf einer Kundgebung.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen äußerte sich ebenfalls und sagte: "Die Streikbereitschaft ist in der Region sehr groß, weil der Organisationsgrad bei der GDL hoch ist". Das bekämen die Kundinnen und Kunden zu spüren.

Die Einschränkungen in den drei Bundesländern waren laut Bahnsprecher ähnlich wie am Vortag. Betroffen waren Züge im Fern- und Regionalverkehr sowie S-Bahnen. In Thüringen war etwa Geduld gefragt bei den Regionalzügen zwischen Erfurt und Kassel, Altenburg und Leinefeld.

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Auch auf der Strecke Magdeburg in Richtung Halle fielen viele Züge aus. Auf Pendlerstrecken wie der zwischen Leipzig und Halle habe die Bahn jedoch auf einen regelmäßige, wenn auch ausgedünnten Takt geachtet, sagte der Bahnsprecher. "Der Ersatzfahrplan fährt stabil."

Fahrgäste waren meist auf die Ausfälle vorbereitet. Auf dem Erfurter Bahnhof etwa, ein bundesweit wichtiges Drehkreuz, war kaum etwas los.

Flughafen Dresden kommt gut durch den Streik

Claus Weselsky (62) zeigt sich gutgelaunt am Dresdner Hauptbahnhof.
Claus Weselsky (62) zeigt sich gutgelaunt am Dresdner Hauptbahnhof.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Vor dem Reisezentrum jedoch standen viele Menschen Schlange. "Ich will hier nur eine Fahrkarte kaufen", sagte eine Kundin. Für sie sei der Stau vor dem Zentrum aber hinnehmbar. Schwieriger war es für Kunden, die sich um ihren Anschluss sorgten.

Wie auch schon am Mittwoch war die Verkehrslage insgesamt recht entspannt. Die Verkehrswarndienste der Region registrierten keine größeren Staus auf den Straßen.

Am Flughafen Dresden gab es laut einem Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG ebenfalls keine Probleme, Reisende seien auf Busse oder Taxen ausgewichen. Urlaubsrückkehrer am Airport Leipzig/Halle hätten jedoch teils am Flughafen warten müssen.

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Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen.

Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Im Hintergrund spielt ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG eine Rolle.

Es geht darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt. Am Freitag, 2 Uhr, soll der Streik enden und der Normalbetrieb wieder anlaufen.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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