Konkurrenz der Deutschen Bahn in NRW schlägt Alarm

Düsseldorf - Im Regionalverkehr verschärft sich die Lage der angeschlagenen privaten Bahnunternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Ein Zug des privaten Anbieters Abellio. Das Unternehmen hat wirtschaftliche Probleme und befindet sich in einem Schutzschirmverfahren.
Ein Zug des privaten Anbieters Abellio. Das Unternehmen hat wirtschaftliche Probleme und befindet sich in einem Schutzschirmverfahren.  © Bernd Thissen/dpa

Nachzahlungen und bessere vertragliche Regeln seien dringend nötig, damit auch die Konkurrenten der Deutschen Bahn eine langfristige Perspektive hätten, sagte Matthias Stoffregen, Geschäftsführer des Verbandes Mofair, der dpa.

Mofair vertritt die Bahn-Konkurrenten. Die Frage sei, ob es künftig weiterhin Wettbewerb auf der Schiene geben werde oder ob der Regionalverkehr mangels Konkurrenz vielerorts wieder von der DB allein übernommen werde. "Das wäre ein Rückschlag für die Fahrgäste, weil das Angebot dadurch schlechter würde."

Der Marktanteil der Bahnkonkurrenten im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) von Nordrhein-Westfalen liegt bei rund 53 Prozent, wie aus einem Bericht der Nahverkehrsverbünde hervorgeht.

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Auf Abellio entfallen 18,5 Prozent der zurückgelegten Zugkilometer in diesem Segment, auf Keolis 13,5 Prozent, National Express 9,7 Prozent und Transdev mit seinen Töchtern Nordwestbahn und Trans Regio 7,5 Prozent, zudem gibt es noch kleinere Anbieter.

Bahn-Konkurrenten sind unter Druck

Die Bahn-Konkurrenten sind unter Druck. Schon seit eineinhalb Jahren verhandeln sie mit den Nahverkehrsverbünden über Nachzahlungen und vertragliche Verbesserungen, damit sie keine Verluste mehr einfahren.

Abellio - Tochter der niederländischen Staatsbahn – ist seit Juni in einem Schutzschirmverfahren, einem Sanierungsverfahren im Rahmen des Insolvenzrechts. Ein Sachwalter lotet derzeit die Perspektiven aus.

Bis Ende September zahlt die Arbeitsagentur die Löhne, danach muss dies Abellio selbst tun. Im schlimmsten Fall könnte der Beschluss fallen, dass Abellio den deutschen SPNV-Markt verlässt.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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