Nächster Lokführer-Protest droht: Weiterer Streik in "sehr kurzer Zeit" möglich

Berlin - Droht ein neuer Streik? Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn zeichnet sich auch nach der Arbeitsniederlegung in der vergangenen Woche keine Lösung ab.

Claus Weselsky spricht zu den streikenden Lokführern. Am Dienstag will die GDL mit einer Protestkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin weiteren Druck aufbauen. Ein weiterer Streik könnte folgen.
Claus Weselsky spricht zu den streikenden Lokführern. Am Dienstag will die GDL mit einer Protestkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin weiteren Druck aufbauen. Ein weiterer Streik könnte folgen.  © Wolfgang Kumm/dpa

Es ist möglich, dass die Lokführer wieder die Arbeit niederlegen. Noch ist aber kein neuer Streik angekündigt.

Weiteren Druck soll zunächst an diesem Dienstag ab 13.30 Uhr eine Protestkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin aufbauen.

Danach werde es nur noch "sehr kurze Zeit" dauern, bis es wieder zum Streik komme, hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in der vergangenen Woche angekündigt.

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Zur Kundgebung ruft mit der GDL ihr Dachverband auf, der Deutsche Beamtenbund. Dessen Chef, Ulrich Silberbach (59), hatte am Montag erklärt, es werde vermutlich weitere Streikaktionen geben müssen. Zur Kundgebung hat der Beamtenbund nach Polizeiangaben 75 Teilnehmer angemeldet.

GDL-Chef Claus Weselsky (62) hatte zugesichert, dass Fahrgäste sich länger auf einen Streik vorbereiten können als beim ersten Mal.

Damals vergingen nur 15 Stunden von der Ankündigung bis zum zweitägigen Arbeitskampf. Zudem hatte er angedeutet, dass der nächste Streik länger dauern und zudem ein Wochenende umfassen könnte.

Update, 14.13 Uhr: GDL erneuert Streikdrohung bei der Deutschen Bahn

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen weiterhin einen Streik befürchten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erneuerte die Drohung mit einem Arbeitskampf am Dienstag. Vor Mitgliedern sagte der Vorsitzende Claus Weselsky vor der Bahn-Zentrale in Berlin: "Ihr wisst, dass wir dieses letzte Mittel wieder zum Einsatz bringen müssen, wenn das Management, unterstützt vom Eigentümer, sich weiter so verhält." Wann die GDL wieder streiken könnte, sagte er nicht.

Die GDL werde sich nicht auf einen Tarifvertrag wie an den Flughäfen einlassen, sagte Weselsky unter Bezug auf das Angebot des Konzerns. Auch der Abschluss des öffentlichen Dienstes sei angesichts der gestiegenen Inflation ein schmaler Abschluss.

Eine Schlichtung lehnte der Gewerkschaftschef ab. Mit der Schlichtung im vergangenen Herbst sei "die letzte Patrone" verschossen worden. "Was hier stattfindet, ist nicht zu schlichten."Weselsky warf dem Management auch vor, die Betriebsrenten kürzen zu wollen. Die Bahn weist das zurück.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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