Lokführer-Streik immer hitziger: Verklagt die Deutsche Bahn jetzt die GDL auf Schadenersatz?

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bahn prüft, ob sie die Lokführergewerkschaft GDL für die wiederholten Streiks auf Schadenersatz verklagt.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (57) übt Kritik an der Lokführergewerkschaft GDL.
Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (57) übt Kritik an der Lokführergewerkschaft GDL.  © Christoph Soeder/dpa

Das sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt/Main. Zuvor war der Versuch der Bahn gescheitert, den Streik gerichtlich zu stoppen.

Das Hessische Landesarbeitsgericht lehnte eine einstweilige Verfügung ab.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (57) sagte in einer Mitteilung: "Wir haben im Interesse unserer Kunden alles unternommen, damit die GDL ihre Blockade der Tarifverhandlungen aufgibt."

GDL und Bahn haben sich geeinigt, trotzdem drohen neue Streiks
Deutsche Bahn GDL und Bahn haben sich geeinigt, trotzdem drohen neue Streiks

Er äußerte die Sorge, dass die Tarifrunde der Tarifautonomie in Deutschland schaden könnte. "Statt zu verhandeln, versucht die GDL ein Tarif-Diktat durchzusetzen."

Ihre totale Kompromisslosigkeit sei mit der Verantwortung von Tarifpartner nicht vereinbar.

Die Fronten im Tarif-Streit zwischen der GDL und der Deutschen Bahn bleiben verhärtet

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky (62), ist aktuell eines der Gesichter eines zähen Tarif-Streits mit der Deutschen Bahn.
Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky (62), ist aktuell eines der Gesichter eines zähen Tarif-Streits mit der Deutschen Bahn.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Seiler sagte, das Gericht habe klar zum Ausdruck gebracht, dass die GDL-Tarifverträge nur in Betrieben zur Anwendung kommen, in denen die Gewerkschaft eine Mehrheit habe.

Eine von der GDL angestrebte Klausel, dass die Tarifverträge für alle ihre Mitglieder umgesetzt werden, sehe das Gericht als rechtswidrig an.

Deshalb könne sie in den weiteren Verhandlungen nicht verwendet werden.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa, Frank Rumpenhorst/dpa

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