Streik bei der Bahn: Ratlose Bürger stehen in Erfurt bis vors Bahnhofsgebäude

Erfurt - Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn (DB) hat am Mittwoch den Zugverkehr am Hauptbahnhof in Erfurt stark beeinträchtigt.

Auf am Hauptbahnhof waren die Auswirkungen des Bahnstreiks zu sehen. Neben zahlreichen Zugausfällen standen die Menschen am Auskunftsschalter der Deutschen Bahn Schlange. (Symbolfoto)
Auf am Hauptbahnhof waren die Auswirkungen des Bahnstreiks zu sehen. Neben zahlreichen Zugausfällen standen die Menschen am Auskunftsschalter der Deutschen Bahn Schlange. (Symbolfoto)  © Christoph Schmidt/dpa

Aufgrund zahlreicher Zugausfälle und -verspätungen komme es vermehrt zu Nachfragen der Kundinnen und Kunden, hieß es am Nachmittag am DB-Auskunftsschalter. "Aber nicht so, dass wir nicht behilflich sein können." Die Schlange vor dem DB-Reisezentrum zog sich durch die Eingangshalle bis vor das Bahnhofsgebäude.

Der Erfurter Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt im deutschen Bahnverkehr und fungiert als ICE-Drehkreuz. Von und über Erfurt fahren Züge in alle Himmelsrichtungen.

So strandete etwa ein Urlauber aus den USA in der Landeshauptstadt. "Ich bin um 9 Uhr in Frankfurt gelandet und jetzt bin ich in Erfurt und werde voraussichtlich nicht in den Anschlusszug kommen, da er ausgelastet ist", so der Reisende. "Es ist doof."

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Eine Mutter mit ihrem Kind ganz am Ende der Schlange ist sich fast schon sicher, dass ihre Reise von Straßburg nach Brandenburg "wahrscheinlich am Ende mit dem Auto" abgeschlossen werden muss. Damit habe sie aber gerechnet.

Gähnende Leere hingegen an den Gleisen sowie in der Buchhandlung gegenüber dem Reisezentrum. "Es kommt ja kein Mensch hierher - es kommt ja keine Bahn", so die Angestellte.

Flaute herrschte auch am Taxistand. "Wir haben eigentlich mehr erwartet durch den Streik", sagte ein Fahrer. Mit seinen 23 Jahren Berufserfahrung habe er spekuliert, dass es besser laufen würde - "aber ganz im Gegenteil".

Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Sie verlangen eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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