Ton im Bahn-Streik immer rauer, GDL-Chef Weselsky schaltet auf Durchzug: "Muss mich nicht einigen"

Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL sieht im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn keine Basis für neue Verhandlungen.

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky (62), will sich weiter wehren.
Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky (62), will sich weiter wehren.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte GDL-Chef Claus Weselsky (62) am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

Die Bahn wolle die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern, Tarifverträge für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen. Hier würden Grundrechte tangiert. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL die Mehrheit im Betrieb habe.

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"Und dagegen wehren wir uns", sagte Weselsky: "Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können."

Es gehe hier nicht um Vormachtstellung.

Streik bei der Deutschen Bahn: Claus Weselsky "sehr zufrieden"

Das Wort "Entschuldigung" steht auf einer digitalen Anzeigetafel an einem Bahnsteig am Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord. Die dritte Streikrunde in dem laufenden Tarifkonflikt soll bis zum frühen Dienstagmorgen (2 Uhr) dauern.
Das Wort "Entschuldigung" steht auf einer digitalen Anzeigetafel an einem Bahnsteig am Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord. Die dritte Streikrunde in dem laufenden Tarifkonflikt soll bis zum frühen Dienstagmorgen (2 Uhr) dauern.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Weselsky wies Kritik von DGB-Chef Reiner Hoffmann (66) zurück und sieht die GDL zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Hoffmann hatte der GDL Partikularinteressen und Profilierungsversuche gegen die größere Bahngewerkschaft EVG vorgeworfen.

Weselsky sagte, er würde sich wünschen, dass auch ein Vorsitzender eines Dachverbandes von Gewerkschaften Ursache und Wirkung im Blick behalte.

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Der DGB-Chef sei derjenige gewesen, der das Tarifeinheitsgesetz initiiert habe. Und jetzt werde der GDL vorgeworfen, für mehr Mitglieder zu werben.

"Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist." Dieses sage ganz klar: Wer mehr Mitglieder im Betrieb habe, dessen Tarifverträge bleiben in die Zukunft hinein erhalten.

Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL "sehr zufrieden". Die dritte Streikrunde in dem laufenden Tarifkonflikt soll bis zum frühen Dienstagmorgen (2 Uhr) dauern.

"Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar", sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seinen Angaben komplett aufrecht. Diese seien auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die "ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen".

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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