Internationale Großrazzia: Mehr als 800 Festnahmen in 16 Ländern

Wiesbaden/Den Haag/Sydney - Ermittler in Den Haag (10 Uhr) und in Hessen wollen am Dienstag über die Ergebnisse einer internationalen Razzia gegen die Drogenszene berichten.

Razzia gegen Drogen-Kriminalität: Die Polizei schlug am Montagmorgen in Hessen und angrenzenden Bundesländern zu.
Razzia gegen Drogen-Kriminalität: Die Polizei schlug am Montagmorgen in Hessen und angrenzenden Bundesländern zu.  © 5vision.media

Dabei geht es um die festgenommenen Personen und die Hintergründe der groß angelegten Ermittlungen gegen die Rauschgift-Kriminalität.

Allein in Deutschland hatten die Einsatzkräfte der Polizei am Montag über 100 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen durchsucht. Der Schwerpunkt der Ermittlungen in Deutschland lag in Hessen.

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) berichtet von Festnahmen, nannte aber ansonsten noch keine Details.

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Ausgangspunkt für die weltweiten Razzien war nach Angaben des LKA die Auswertung von verschlüsselter, internetbasierter Kommunikation durch Spezialisten der Polizei. Die Kriminellen hatten so ihre illegalen Geschäfte betrieben.

Die Ermittler sprachen von einem sogenannten Krypto-Netzwerk, das international genutzt worden sei.

Durchsuchungen hatte es sowohl in Europa unter der Koordination von Europol als auch außerhalb Europas gegeben. An der Pressekonferenz in Den Haag werden daher Vertreter von Europol, dem amerikanischen FBI sowie der Polizei aus den Niederlanden, Schweden und Australien teilnehmen.

Einsatzkräfte stehen am Montag bei einem groß angelegten Einsatz gegen Rauschgift-Kriminalität vor einem Bürogebäude in Essen.
Einsatzkräfte stehen am Montag bei einem groß angelegten Einsatz gegen Rauschgift-Kriminalität vor einem Bürogebäude in Essen.  © Markus Gayk/TNN/dpa

Internationale Aktion gegen Drogen-Kriminalität: Über 200 Festnahmen in Australien

Nach Angaben der australischen Bundespolizei AFP gab es in dem Land bisher mehr als 200 Festnahmen. Rund 3,7 Tonnen Drogen, Mehr als 100 Waffen und 45 Millionen australische Dollar (etwa 22 Millionen Euro) in bar seien beschlagnahmt worden.

Die Ermittlungen, bei denen die Kommunikation zwischen Mitgliedern der organisierten Kriminalität in Zusammenarbeit mit dem FBI überwacht wurde, dauerten demnach seit rund drei Jahren. Auch in Neuseeland wurden den dortigen Behörden zufolge 35 Menschen festgenommen.

Die Ermittlungsergebnisse für Deutschland sollen laut LKA nicht auf einer Pressekonferenz, sondern schriftlich mitgeteilt werden. Die hessische Kriminalbehörde ist federführend bei den Ermittlungen in Deutschland.

Update, 8. Juni, 11.10 Uhr: Mehr als 800 Verdächtige in über 16 Ländern festgenommen

Auch in Deutschland rückten am Montag zahlreiche Polizisten zu Razzien in mehreren Bundesländern aus.
Auch in Deutschland rückten am Montag zahlreiche Polizisten zu Razzien in mehreren Bundesländern aus.  © Stephan Witte/KDF-TV & Picture/dpa

Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol bei einem Einsatz gegen das Organisierte Verbrechen mehr als 800 Verdächtige in 16 Ländern festgenommen. Es sei eine der bislang größten Polizei-Operationen gewesen, teilte Europol am Dienstag in Den Haag mit.

Mehr als 700 Häuser seien durchsucht worden, Tonnen an Drogen beschlagnahmt und große Mengen an Bargeld, Juwelen und Waffen sichergestellt worden.

Über 18 Monate lang hatten die Ermittler Telefongespräche und andere Kommunikation der Banden abgehört. Mehr als 27 Millionen Nachrichten seien gefiltert worden. Der Schlag war gelungen, da Undercover-Beamte präparierte Telefone in mehr als 300 Banden eingeschleust hatten, auch bei Mafia-Banden in Italien, Motor-Gangs und internationalen Drogen-Syndikaten. Die Telefone, die angeblich verschlüsselt sein sollten, waren aber nach Europol-Angaben mit einem Telekom-Netzwerk verbunden, das vom FBI eingerichtet worden war.

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"Dies war einer der größten und ausgeklügeltsten Einsätze überhaupt", sagte der stellvertretende Europol-Direktor Jean-Philippe Lecouffe in Den Haag. Die Operation "Trojan Shield" (Trojanisches Schild) stand unter Leitung des amerikanischen FBI, der US-Drogenbehörde FDA, der Polizei von Schweden und der Niederlande und war von Europol koordiniert worden. Ermittler in 16 Ländern seien beteiligt gewesen, darunter auch in Deutschland.

Mit einer Razzia in bundesweit über hundert Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen war die Polizei am Montag bundesweit gegen Drogenkriminalität vorgegangen. Allein in Deutschland mit Schwerpunkt Hessen hatten die Einsatzkräfte der Polizei am Montag über 100 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen durchsucht.

Update, 8. Juni, 11.35 Uhr: In Deutschland mehr als 70 Festnahmen nach Großrazzia

Das Hessische Landeskriminalamt veröffentlichte ein Foto, welches die beschlagnahmten Luxus-Autos aus Hessen zeigt.
Das Hessische Landeskriminalamt veröffentlichte ein Foto, welches die beschlagnahmten Luxus-Autos aus Hessen zeigt.  © Hessisches Landeskriminalamt

Bei der internationalen Razzia gegen die Organisierte Kriminalität sind in Deutschland mehr als 70 Menschen festgenommen worden. Schwerpunkt der Aktionen am Montag sei Hessen gewesen, teilten die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft (ZIT) Frankfurt, das Bundeskriminalamt (BKA) und das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in Wiesbaden mit.

Alleine in Hessen habe es mehr als 60 Festnahmen gegeben. Die Aktionen in Deutschland waren Teil eines weltweiten Schlags gegen die Drogenkriminalität. Die Beschuldigten stehen nach Angaben der Ermittler im Verdacht, mit Betäubungsmitteln und Waffen gehandelt zu haben.

Allein in Hessen wurden bei der Razzia den Angaben zufolge mehr als 120 Kilogramm Marihuana, 25 Kilogramm Haschisch und über 6000 Cannabis-Pflanzen sichergestellt. Dazu seien drei Kilogramm Heroin, etwa ein Kilogramm Kokain und 100 Kilogramm Streckmittel, mehr als 30 Kilogramm Amphetamin und 15 Kanister Amphetaminbase entdeckt worden.

Die Polizei stellte zudem zahlreiche Waffen sicher und beschlagnahmte über 30 hochwertige Fahrzeuge und Bargeld in Höhe von 250.000 Euro.

Titelfoto: Stephan Witte/KDF-TV & Picture/dpa

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