Kiloweise Hasch vertickt? Drogen-Anklage gegen Szenewirt aus der Neustadt

Dresden - Sie glaubten, ihre Handys wären sicher. Doch letztlich knackten französische Experten die verschlüsselten Mobiltelefone von "EncoChat" - und so kam die Polizei auch Sachsens Drogendealern auf die Schliche. Gegen einen Neustadt-Kneiper hat der Staatsanwalt jetzt Anklage erhoben.

Steht nicht mehr hinterm Tresen, sondern bald vor Gericht: Szenewirt Sebastian T. (41).
Steht nicht mehr hinterm Tresen, sondern bald vor Gericht: Szenewirt Sebastian T. (41).  © DPA/Robert Michael

So soll Szenewirt Sebastian T. (41) in seinem Laden offenbar nicht nur mit Spirituosen, sondern auch in großem Stil mit Stoff gehandelt haben.

Laut Anklage soll er allein zwischen Januar 2019 und März 2020 "monatlich in mindestens 15 Fällen jeweils drei Kilo Marihuana zum gewinnbringenden Weiterverkauf angekauft haben", sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (46).

Und scheinbar florierte das Geschäft auch zu Corona-Zeiten: In Berlin und Dresden soll er zwischen April 2020 und Januar 2021 weitere 26,5 Kilo Marihuana für knapp 110.000 Euro sowie fünf Kilo andere Drogen für 24.200 Euro erworben haben.

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Die Deals liefen dabei wohl sämtlichst über die verschlüsselte Handys. Aber was ist schon sicher...

Sebastian T. wurde Anfang des Jahres bei einer Riesenrazzia (mit 1300 Polizisten) festgenommen.

Er ist einer von elf aufgeflogenen Sachsen, wartet in U-Haft auf seinen Prozess.

"Der Beschuldigte ist bislang nicht vorbestraft und hat sich zu den Tatvorwürfen nicht eingelassen", so Schmidt.

Für mehr als eine Handvoll Marihuana: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. (Symbolbild)
Für mehr als eine Handvoll Marihuana: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. (Symbolbild)  © dpa/Stefan Puchner

Gegen zwei weitere Dealer (24, 30) der Bande war bereits vor zwei Wochen Anklage erhoben worden.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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