Kokain-Jacht segelte unter deutscher Flagge

Vigo - Eine Jacht, die vom spanischen Zoll in Zusammenarbeit mit der Polizei mit 2,5 Tonnen Kokain an Bord vor den Azoren aufgebracht worden war, segelte nach amtlichen Angaben unter deutscher Flagge.

Im Nordatlantik wurde eine Jacht, die unter deutscher Flagge segelte, mit 2,5 Tonnen Kokain abgefangen. Das Rauschgift wurde im Hafen von Vigo sichergestellt.
Im Nordatlantik wurde eine Jacht, die unter deutscher Flagge segelte, mit 2,5 Tonnen Kokain abgefangen. Das Rauschgift wurde im Hafen von Vigo sichergestellt.  © Marta Vázquez Rodríguez/EUROPA PRESS/dpa

Deutsche waren aber offenbar nicht beteiligt. An Bord seien ein US-Bürger und ein nicht näher bezeichneter Südamerikaner festgenommen worden, berichtete die Zeitung La Voz de Galizia.

Die international agierende Schmugglerbande habe sich die Hochseejacht mit dem Namen "Goldwasser" auf den Kanaren besorgt, um damit Drogen von Südamerika über den Atlantik nach Spanien zu transportieren, teilte die Polizei mit.

Die Jacht sei am 8. Oktober rund 480 Seemeilen (etwa 890 Kilometer) nördlich der zu Portugal gehörenden Azoreninseln in internationalen Gewässern während eines schweren Sturms in einer waghalsigen Aktion von einem spanischen Spezialkommando geentert worden, hatte der Zoll bereits am Vortag mitgeteilt. Zuvor seien die deutschen Behörden um Erlaubnis gebeten worden.

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Die erfahrenen Segler der Schmugglerbanden würden gezielt stürmisches Wetter nutzen, um möglichst unbemerkt zu bleiben.

Straßenverkaufswert: 250 Millionen Euro

Polizisten führen einen Mann der Belegschaft der Kokain-Jacht ab.
Polizisten führen einen Mann der Belegschaft der Kokain-Jacht ab.  © Marta Vázquez Rodríguez/EUROPA PRESS/dpa

Zunächst hatte der Zoll von zwei Tonnen Kokain an Bord gesprochen. Nachdem die "Goldwasser" in den Hafen von Vigo im Nordwesten Spaniens geschleppt worden war, habe sich jedoch herausgestellt, dass es rund 500 Kilogramm mehr waren.

Damit hätte die gesamte Ladung einen Straßenverkaufswert von bis zu 250 Millionen Euro gehabt.

Es sei damit einer der größten Funde von Kokain auf einem Segelboot gewesen, auf denen normalerweise nicht mehr als 700 bis 1000 Kilogramm transportiert würden, schrieb die Zeitung Diario de Pontevedra.

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Nach Angaben der Behörden wurden neben den beiden Männern an Bord der Jacht auch weitere Personen in der südspanischen Region Malaga festgenommen. Die "Voz de Galicia" berichtete, darunter seien ein Schwede und mehrere Niederländer gewesen.

Ein weiterer Insasse des Segelboots wurde von der Polizei in Vigo verhaftet.
Ein weiterer Insasse des Segelboots wurde von der Polizei in Vigo verhaftet.  © Marta Vázquez Rodríguez/EUROPA PRESS/dpa

Der Einsatz von Hochseejachten für den Schmuggel von Kokain aus Südamerika über den Atlantik nach Spanien hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Von Spanien schmuggeln die Banden die Drogen dann in andere Länder Europas.

Titelfoto: Montage: Marta Vázquez Rodríguez/EUROPA PRESS/dpa (3)

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