Weil Friseure und Fitnessstudios geöffnet sind: Bordell-Chefin stellt Eilantrag auf Puff-Öffnung

Offenbach/Kassel - Die Bordelle in Hessen müssen wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Das geht aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vom Dienstag hervor. 

Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft (Symbolbild).
Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft (Symbolbild).  © dpa/Andreas Arnold

Die Kasseler Richter lehnten den Eilantrag einer Bordellbetreiberin aus Offenbach ab, die sich gegen die Pandemie-Beschränkungen des Landes Hessen gewehrt hatte. 

Die Schließung seien angesichts des "nach wie vor fragilen epidemiologischen Geschehens" sowie des für Bordelle typischerweise schnell wechselnden Aufenthalts von Personen gerechtfertigt und verhältnismäßig. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 1446/20.N)

Die Klägerin hatte ihren Betrieb aufgrund der Corona-Pandemie am 18. März schließen müssen. 

Sie argumentierte, dass ein absolutes Betriebsverbot nicht länger zu rechtfertigen sei, und verwies auf die bereits geöffneten Friseurbetriebe, Massagesalons und Fitnessstudios. 

Auch ein Hygienekonzept legte die Betreiberin vor. Laut dem Gericht waren das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, Mindestabstände und Fiebermessen bei Kunden vorgesehen. Die Richter überzeugte das nicht: Weder die Betreiberin noch die Ordnungsbehörden seien in der Lage, die Einhaltung dieser Hygienevorgaben effektiv zu kontrollieren. 

Zudem bestünden Zweifel daran, dass die Kunden ihre Kontaktdaten wahrheitsgemäß hinterließen, um bei einem Auftreten von Infektionsfällen ihre Nachverfolgung zu ermöglichen. 

Der Eilantrag aus Offenbach ist einer von mehreren Klagen: Auch Bordellbetreiber aus Frankfurt wehren sich gegen die Behördenanordnungen. Ihre Chancen sind nach dieser Entscheidung allerdings gering.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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