Bauer schickt Weihnachtsgruß an Facebook-Freunde: 2500 Euro Strafe!

Zillingdorf (Österreich) - Dieser Weihnachtsgruß kam einem Bauern aus Niederösterreich teuer zu stehen. Es ist eine Falle, die jeden treffen kann.

Auf Facebook tappte der junge Landwirt in eine Falle, die jeden treffen kann.
Auf Facebook tappte der junge Landwirt in eine Falle, die jeden treffen kann.  © 123RF/adiruch

Beim ORF-Bürgeranwalt erzählte Christoph Eiböck von seinem Fall: Für ein weihnachtliches Posting suchte der Landwirt nach einem lizenzfreien Bild im Internet, welches er auf seinem Facebook-Account teilen wollte. Als er fündig wurde, fügte er noch einen Gruß hinzu und teilte das Posting auf seinem Profil.

Monate später flatterte Post von einem Anwalt in seinen Briefkasten. Er sollte eine Rechnung bezahlen und erklären, das Foto nie wieder zu verwenden.

Auf der Rechnung der Schock: Eiböck soll 898 Euro für ein doppeltes Lizenzentgelt, 1321 Euro Anwaltskosten und 264 Euro Umsatzsteuer zahlen - satte 2483 Euro! Und das für ein Foto, dass er legal im Internet für solche Zwecke heruntergeladen haben will...

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"Ich habe das für einen Scherz gehalten", sagte er in der ORF-Sendung am Samstag. Doch das war es nicht.

Bei einer Recherche im Netz traf den Bauern der Schlag.

Vorsicht, Falle! Fiese Masche mit Bildern aus dem Netz

Wer in sozialen Netzwerken gern Bilder teilt, die nicht die eigenen sind, sollte besser gut aufpassen.
Wer in sozialen Netzwerken gern Bilder teilt, die nicht die eigenen sind, sollte besser gut aufpassen.  © Unsplash/dole777

Denn er war keinesfalls der Einzige, der diese Post erhielt: "Ich habe sehr viele Berichte von Leuten gefunden, denen es genauso gegangen ist wie mir", fuhr er im TV-Gespräch fort.

Der Österreicher suchte nur nach dem Namen des Fotografen und stieß auf mehrere Erfahrungsberichte.

Offenbar zog der Bildkünstler, der im Fernsehbeitrag anonym blieb, sein Einverständnis zurück, seine Fotos weiterhin online zu verwenden.

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Die Betroffenen, also die Leute, die die Bilder im Netz verbreitet haben, hätten in diesem Zuge die Fotografien entfernen müssen. Wer dem nicht nachkam, bekam eine Rechnung.

Zwar geschieht dies nicht häufig. Doch manche Fotografen haben sich darauf spezialisiert und eine Masche entwickelt, um möglichst effektiv abzukassieren. Wer also gern Bilder aus dem Netz teilt, sollte aufpassen und regelmäßig kontrollieren, ob die geposteten Werke noch lizenzfrei sind. Sind sie nicht mehr auf den Seiten des Anbieters zu finden, sollte man sie besser auch schnell löschen.

In diesem Fall ging das Ganze wohl glimpflich aus. Beide Seiten einigten sich außergerichtlich. Details gab Bauer Eiböck nicht preis. Doch auch die nachträgliche Einigung dürfte mit verhältnismäßig hohen Kosten verbunden gewesen sein.

Titelfoto: 123RF/adiruch

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