Aktivisten demonstrieren vor Facebook-Zentrale gegen neue WhatsApp-Bestimmungen

Hamburg - Aktivisten haben am Freitagmorgen mit einer Installation vor der deutschen Facebook-Zentrale in der Hamburger Innenstadt gegen die geplanten Neuerungen der WhatsApp-Nutzungsbedingungen demonstriert.

Die Installation soll die Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook symbolisieren.
Die Installation soll die Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook symbolisieren.  © Citynews.tv

Die Demonstranten errichteten eine Installation mit Handyattrappen, die mit gelben Schläuchen eine Datenweitergabe von WhatsApp an den Mutterkonzern Facebook symbolisieren sollen. Auf einem Banner stand außerdem "Stoppt den WhatsApp-Datenklau".

WhatsApp hatte seine Nutzer dazu aufgefordert, bis zum 15. Mai den neuen Nutzungs- und Privatsphärebestimmungen zuzustimmen.

Damit werden dem Messengerdienst weitreichende Befugnisse für eine Weitergabe der Daten an Facebook eingeräumt.

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Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hatte bereits öffentlich vor den anstehenden Änderungen der WhatsApp-Bestimmungen gewarnt (TAG24 berichtete).

"@FacebookDE weigert sich, die Anordnung von Datenschützer Johannes Caspar zu akzeptieren und will ab morgen die Daten der #WhatsApp-Nutzer*innen absaugen", heißt es in einem Statement von Compact bei Twitter.

Und weiter: "Wir sagen: Finger weg von unseren Daten!"

Anordnung gegen Facebook erlassen

Datenschützer Johannes Caspar kritisierte die neuen WhatsApp-Bestimmungen.
Datenschützer Johannes Caspar kritisierte die neuen WhatsApp-Bestimmungen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI), Johannes Caspar, erließ bereits Anfang am Dienstag eine Anordnung, die der Facebook Ireland Ltd. verbietet, personenbezogene Daten von WhatsApp zu verarbeiten.

"Die Anordnung soll die Rechte und Freiheiten der vielen Millionen Nutzerinnen und Nutzer sichern, die deutschlandweit ihre Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen geben", so Caspar.

"Das betrifft nicht allein die Privatsphäre, sondern auch die Möglichkeit, Profile zur Beeinflussung von Wählerentscheidungen einzusetzen, um demokratische Entscheidungen zu manipulieren."

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Gerade im Hinblick auf die in Deutschland im September 2021 anstehenden Bundestagswahlen sei die Gefahr umso konkreter.

"Die weltweite Kritik gegen die neuen Nutzungsbedingungen sollte Anlass geben, den Zustimmungsmechanismus noch einmal grundlegend zu überdenken", heißt es in der Anordnung weiter.

Titelfoto: Citynews.tv

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