Drei Frauen und Ungeborenes sterben bei Feuer: Brand wohl fahrlässig verursacht

Reisbach - Der Großbrand mit drei toten Frauen und einem toten, ungeborenen Baby im niederbayerischen Reisbach ist wohl das Ergebnis von Fahrlässigkeit.

Feuerwehrmänner stehen vor dem ausgebrannten Mehrfamilienhaus in Reisbach.
Feuerwehrmänner stehen vor dem ausgebrannten Mehrfamilienhaus in Reisbach.  © Armin Weigel/dpa

Eine nicht ausgeschaltete Herdplatte komme als mögliche Brandursache in Betracht, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl gegen einen Bewohner beantragt, dieser sei mangels Fluchtgefahr aber vom Gericht nicht erlassen worden.

Im Raum stehen der Verdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung.

Dichte Rauchwolken steigen aus brennendem Wohnhaus
Feuerwehreinsätze Dichte Rauchwolken steigen aus brennendem Wohnhaus

Bei dem Feuer in der Nacht zum Samstag war für die 20, 55 und 78 Jahre alten Frauen jede Hilfe zu spät gekommen.

Das Feuer war in der Nacht gegen 2 Uhr ausgebrochen, laut Polizei war zunächst nur von einem Zimmerbrand die Rede gewesen. Feuer und Rauch hätten sich aber schnell ausgebreitet.

Die 20-Jährige war laut Polizei im siebten Monat schwanger. Rettungskräfte versuchten noch vergeblich, das Kind durch einen Notkaiserschnitt zu retten.

Außerdem gab es 19 Verletzte.

Laut Polizei sind 27 Menschen in dem Mehrfamilienhaus direkt neben der Kirche des Ortes gemeldet. Bewohner und Angehörige der Opfer wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Polizei schätzt den Schaden auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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