Explosionsgefahr im Wald! Hier lagert alter Nazi-Sprengstoff, die Feuerwehr muss sich zurückziehen

Torgau - Seit Donnerstag brennt im Landkreis Nordsachsen ein Waldstück. Kurz bevor es hätte komplett gelöscht werden können, mussten sich die Feuerwehren zurückziehen. Denn im Boden lauern tödliche Hinterlassenschaften aus der NS-Zeit.

Am Donnerstagnachmittag spritzten die örtlichen Feuerwehren noch vom Waldrand aus Wasser auf die Brandstellen.
Am Donnerstagnachmittag spritzten die örtlichen Feuerwehren noch vom Waldrand aus Wasser auf die Brandstellen.  © FFW Beilrode

Rauch quillt zwischen den Bäumen empor, immer wieder entfachen Glutnester den trockenen Boden. Rund 4000 Quadratmeter Waldfläche stehen bei Neiden in Brand. Zahlreiche Feuerwehren aus dem Raum Torgau sind im Einsatz. Bis zum Abend spritzten die Löschzüge vom Waldrand aus Unmengen Wasser in das Areal.

Hinein durften die rund 100 Feuerwehrleute nicht. Denn in dem Gebiet befand sich von 1936 bis 1945 die drittgrößte Sprengstoff- und Munitionsabfüllfabrik des Deutschen Reiches (WASAG).

Kampfmittel-Experten gehen davon aus, dass hier zu Kriegsende große Mengen TNT- und Hexogen-Sprengstoffe verkippt worden sind, es jederzeit zu Explosionen kommen kann.

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Am Abend ließ die Einsatzleitung die Feuerwehren dann auf Rat des Kampfmitteldienstes ganz abrücken. Aus Sicherheitsgründen wurde ein 1000-Meter-Sperrkreis um den Brandort gezogen. Von einem Polizeihubschrauber aus wurden die Glutnester fotografisch erfasst.

Am Abend mussten die Einsatzkräfte dann wegen der Explosionsgefahr abrücken.
Am Abend mussten die Einsatzkräfte dann wegen der Explosionsgefahr abrücken.  © Einsatzfahrten Leipzig
Einsatzkräfte der Bundespolizei halfen ab Freitagnachmittag mit einem Hubschrauber bei den Löscharbeiten.
Einsatzkräfte der Bundespolizei halfen ab Freitagnachmittag mit einem Hubschrauber bei den Löscharbeiten.  © Einsatzfahrten Leipzig

Am gestrigen Freitagnachmittag rückte dann ein Hubschrauber der Bundespolizei mit großem Außenwassertank an. Bis zum Abend warf die Crew Tausende Liter Wasser über dem Wald ab.

Titelfoto: FFW Beilrode

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