Er löschte trotzdem weiter! Feuerwehrmann bei Explosion in Wohnung schwer verletzt

Hamburg – In Hamburg ist ein Feuerwehrmann beim Löschen verletzt worden, weil es in der brennenden Wohnung plötzlich zu einer explosionsartigen Brandausdehnung kam. Den Einsatz brach er trotzdem nicht ab.

Die durchgebrannte Jacke des Feuerwehrmannes liegt auf dem Boden neben seiner Schutzausrüstung.
Die durchgebrannte Jacke des Feuerwehrmannes liegt auf dem Boden neben seiner Schutzausrüstung.  © Feuerwehr Hamburg/dpa

Trotz eines gebrochenen Fußes und einer verletzten Schulter hat ein junger Hamburger Feuerwehrmann einen Brand in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Jenfeld noch zu Ende gelöscht. 

Der 26 Jahre alte Brandmeister war bei einer sogenannten plötzlichen Durchzündung des Feuers, also einer explosionsartigen Ausbreitung, verletzt worden, wie Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Dabei können Temperaturen zwischen 1000 und 1400 Grad Celsius entstehen." 

Die Jacke des Kameraden wurde dabei auf der linken Seite bis auf die Innenseite durchgebrannt. "Solche Zerstörungen an einer Jacke habe ich in der Heftigkeit in Hamburg noch nie gesehen."

Der Kollege der Berufsfeuerwehr Wandsbek habe seine schweren Verletzungen dennoch erst nach Ende der etwa 20-minütigen Löscharbeiten im Haus bemerkt. "Bei einem solchen Löscheinsatz steht man unter Adrenalin", nannte Unger eine mögliche Ursache für das späte Wahrnehmen der Verletzung. 

Der Feuerwehrmann wurde mit Verbrühungen zweiten Grades und einem gebrochenen Fuß ins Krankenhaus gebracht.

Explosion in Hamburg: Verletzungen zählen zum Berufsrisiko

Feuerwehrleute sind bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses im Einsatz. (Symbolbild)
Feuerwehrleute sind bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses im Einsatz. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Feuerwehrmänner hätten bei dem Einsatz nichts falsch gemacht, betonte Unger. "Die Kollegen haben richtig gehandelt und trotzdem ist es passiert. Das ist unser Risiko, mit dem wir leben müssen. Sowas kann passieren."

Das Feuer in der Erdgeschosswohnung des viergeschossigen Mehrfamilienhauses hatte beim Eintreffen des Löschzuges bereits komplett gebrannt. Anwohner hatten die Feuerwehr alarmiert und waren davon ausgegangen, dass der Bewohner noch in der Wohnung ist. 

Kurz vor Einsatzbeginn stellte sich jedoch heraus, dass der Mann bei der Arbeit war.

Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen den Angaben zufolge bereits Flammen unter hohem Druck aus den Fenstern. Als der Einsatztrupp mit Atemschutz und Löschschlauch vor der geöffneten Wohnungstür stand, kam es zu der Durchzündung. 

Der 26-Jährige hatte ganz vorn gestanden und sich vermutlich den rechten Fuß bis zum Bruch verdreht, als er rücklings in Deckung gehen wollte.

Die Löscharbeiten dauerten insgesamt zweieinhalb Stunden. Es gab keine weiteren Verletzten. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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