Historisches Haus in Augsburg abgefackelt: War ein E-Scooter schuld?

Augsburg - Nach dem Großbrand in einem historischen Haus im Augsburger Zentrum geht die Polizei Hinweisen nach, dass der Akku eines E-Scooters das Feuer verursacht haben könnte.

Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus wurde beinahe vollständig zerstört.
Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus wurde beinahe vollständig zerstört.  © Stadt Augsburg/dpa

"Diese Vermutungen bestehen seit dem ersten Brandtag", sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Grund dafür seien Aussagen von Zeugen, weitere würden derzeit vernommen. "Wir haben das Material selbst aber nicht in der Hand", betonte der Sprecher.

Für das einsturzgefährdete Gebäude herrsche immer noch ein Betretungsverbot. Zunächst hatte die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Am Wochenende war das denkmalgeschützte Haus in einer Nebenstraße des Augsburger Rathausplatzes niedergebrannt, es entstand Millionenschaden.

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Das Haus stammte ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und wurde später umgebaut. In der Nacht zum Dienstag wurde der Giebel des Gebäudes kontrolliert zum Einsturz gebracht, danach wurden weitere Glutnester entdeckt.

Bis Mittwoch kontrollierte die Feuerwehr vor Ort, dass das Feuer nicht noch einmal ausbricht.

Immer wieder Brände durch explodierende Akkus

In Bayern kommt es wegen sich entzündender oder explodierender Akkus immer wieder zu Bränden. So löste der Akku eines privaten E-Scooters im September 2019 nach Polizeiangaben einen Brand in einem Münchner Mehrfamilienhaus aus, zehn Menschen wurden wegen Rauchgasvergiftungen behandelt.

Der Akku des privat genutzten Elektro-Tretrollers hatte sich Polizeiangaben zufolge "schlagartig" entzündet.

In der Folge warnte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vor Brandgefahren durch Lithium-Ionen-Akkus. Ursachen können demnach Schäden am Akku oder zu große Hitze zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung sein. Auch bei einer vollständigen Entladung seien Selbstentzündungen möglich.

Titelfoto: Stadt Augsburg/dpa

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