Dramatischer Rettungseinsatz an der Nordsee: Drei Männer stecken im Watt fest

Brunsbüttel - Großalarm an der Nordsee! Drei Männer steckten am späten Mittwochabend bei Brunsbüttel in Schleswig-Holstein tief im Watt fest.

Der Hubschrauber "Northern Rescue D-HNHF" suchte nach den im Watt steckenden Männern.
Der Hubschrauber "Northern Rescue D-HNHF" suchte nach den im Watt steckenden Männern.  © Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen

Wie die Feuerwehr mitteilt, waren die drei Männer mit einem Boot auf der Nordsee unterwegs. Vor Neufeld in Dithmarschen kam es dann zur Havarie. 

Ohne funktionstüchtiges Boot schafften sie es nicht selbständig zurück an Land, als die Dämmerung einsetzte. 

Also entschieden sich die drei, zu Fuß durchs Watt zum Festland zu laufen. Doch der Versuch schlug fehl. 

Die Männer versanken bis zur Brust im schlammigen Meeresboden. Aus dieser gefährlichen Lage konnten sie sich nicht selber befreien. 

Immerhin hatten sie Glück im Unglück: Die Ebbe hatte gerade begonnen, das Wasser der Nordsee lief also ab. Bei Flut wäre ihre Lage deutlich schlimmer gewesen.  

Außerdem gelang es einem der Männer, an sein Mobiltelefon zu gelangen und gegen 22 Uhr einen Notruf abzusetzen. 

Die einsetzende Nacht machte die Lage für die Retter allerdings besonders schwer. Von Land aus konnten sie das verunglückte Trio nicht sehen. 

Männer leuchten fliegenden Rettern den Weg

Das Watt ist für Wanderungen beliebt, dennoch ist der Schlick nicht ungefährlich, wie der aktuelle Vorfall zeigt. (Archivbild)
Das Watt ist für Wanderungen beliebt, dennoch ist der Schlick nicht ungefährlich, wie der aktuelle Vorfall zeigt. (Archivbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Dazu kam ein unwegsames und kräfteraubendes Gelände vor dem Deich, das den Einsatz der Feuerwehrtaucher verhinderte.

Daher forderte der Einsatzleiter den Rettungshubschrauber "Northern Rescue D-HNHF" an. Aus der Luft sollten die Männer gesucht werden.

Um besser gefunden zu werden, leuchteten sie mit ihrem Mobiltelefon in den Himmel. 

Bereits beim ersten Anflug konnte die Besatzung des Rettungshubschraubers das feststeckende Trio ausfindig machen.

Mithilfe der Seilwinde wurden die Männer aus dem Schlick gezogen und auf einem Deich abgesetzt. Nach zwei Flügen waren alle drei gerettet. Der Rettungsdienst nahm sich dem sichtlich frierenden Trio an. Gegen 1 Uhr war der Einsatz beendet.

Ohne den Hubschrauber sei die Rettung sehr schwierig geworden, resümiert Einsatzleiter Lars Paulsen von der Feuerwehr Brunsbüttel. Über den Land- oder Wasserweg wäre es zeitaufwändiger und kräftezehrender gewesen. Auch die Befreiung aus dem Watt wäre deutlich schwieriger geworden.

"Die Einsatzkräfte wären ebenso im Schlick eingesunken und hätten keine Möglichkeit, die nötige Kraft aufzuwenden, um die Personen aus dem Schlick zu ziehen", sagte Paulsen. Gut, dass der Hubschrauber so schnell helfen konnte!

Titelfoto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen

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