Hauseinsturz in Düsseldorf: Beide Bauarbeiter sind tot, Feuerwehr birgt Leichen

Düsseldorf - Unter einem Berg von Bauschutt und Stahl liegt ein toter Bauarbeiter in einem Hinterhof in der Luisenstraße in Düsseldorf. Ein zweiter Mann wurde am Mittwoch ebenfalls tot entdeckt.

Feuerwehleute stehen in einer Hauseinfahrt vor Bauschutt. Im Düsseldorfer Zentrum waren bei Bauarbeiten am Montag Teile eines Gebäudes eingestürzt.
Feuerwehleute stehen in einer Hauseinfahrt vor Bauschutt. Im Düsseldorfer Zentrum waren bei Bauarbeiten am Montag Teile eines Gebäudes eingestürzt.  © David Young/dpa

Der Mann wurde im Keller vermutet, wo er wohl zum Zeitpunkt des Einsturzes arbeitete. Dort wollte die Feuerwehr mit einer Drohne nach ihm suchen. Am Mittwoch folgte die Gewissheit: Der Mann wurde tot entdeckt.

Der erste Vermisste war am Morgen tot gefunden worden.

Der Leichnam konnte vorerst nicht geborgen werden. Das sei zu gefährlich: Es bestehe weiter Einsturzgefahr, und man wolle zum Schutz des noch weiteren Vermissten äußerst umsichtig vorgehen, erklärte die Feuerwehr. 

Um den Toten zu identifizieren, sei eine DNA-Probe genommen worden. Die Retter hofften zunächst, dass der zweite Mann lebend gerettet werden kann. 

Das Hinterhaus in der Düsseldorfer Innenstadt in Fußnähe der bekannten Königsallee war am Montagnachmittag teilweise eingestürzt

Von einem mehrere Stockwerke hohen, leerstehenden Gebäudeteil blieb nur ein Trümmerberg mit Mauerteilen, Steinen, Latten und einem Rest vom Gerüst übrig.

Update, 30. Juli, 6.08 Uhr: Feuerwehr birgt Leichen

Drei Tage nach dem Einsturz eines Hauses in Düsseldorf haben Rettungskräfte die Leichen zweier Bauarbeiter geborgen.

Die Leiche eines 35 Jahre alten Mannes aus Wuppertal wurde am Mittwochabend aus den Trümmern geborgen, wie Marc Vogel von der Düsseldorfer Feuerwehr am Donnerstag mitteilte.

In der Nähe des ersten Fundorts bargen die Einsatzkräfte später auch die Leiche des zweiten Bauarbeiters. Er müsse noch identifiziert werden, hieß es.

Das erste Todesopfer des Unglücks, der 35-Jährige alte Mann, war bereits am Dienstag gefunden worden. Die zweite Leiche entdeckten Rettungskräfte am Mittwoch.

Das mehrgeschossige Haus in der Düsseldorfer Innenstadt war bei Sanierungsarbeiten am Montagmittag aus bislang unbekannten Gründen plötzlich zusammengestürzt.

Von einem mehrere Stockwerke hohen, leerstehenden Gebäudeteil blieb nur ein Trümmerberg mit Mauerteilen, Steinen, Latten und einem Rest des Gerüsts übrig.

Update, 29. Juli, 17.03 Uhr: Zweites Todesopfer gefunden

Wie die Feuerwehr Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, wurde der zweite Arbeiter tot aufgefunden.

Der Mann wurde am frühen Mittag unter Trümmern entdeckt, teilte ein Sprecher der Feuerwehr Düsseldorf mit.

"Die Notärztin konnte nur noch den Tod feststellen", hieß es.

Weil die Opfer eingeklemmt in dem weiterhin einsturzgefährdeten Baustellengebiet liegen, sei eine direkte Bergung der beiden Leichname weiterhin nicht möglich. Zunächst müssten noch weitere Trümmerteile zur Seite geschafft werden, hieß es.

Inzwischen konnte die Identität des am Dienstag gefundenen Bauarbeiters (†35) geklärt werden. Es handelt sich um einen Arbeiter aus Wuppertal.

Beide betroffenen Familien der Toten werden direkt an der Einsatzstelle durch die Feuerwehr und Notfallseelsorger begleitet.

Die Bergungsarbeiten dauern an.

Update, 29. Juli, 14.16 Uhr: Höhenretter sichern Trümmer

Die am Krankorb schwebenden Höhenretter sicherten am Mittwoch Trümmer, die von einem anderen Kran hochgezogen werden sollten. So wollten sich die Rettungskräfte vorsichtig vorarbeiten, sagte der Feuerwehrsprecher. 

Der tote Bauarbeiter in dem Trümmerfeld sei immer noch nicht geborgen. 

Es liege tonnenweise Bauschutt und Stahl auf ihm, so dass eine Bergung bisher nicht möglich gewesen sei. Mithilfe einer DNA-Probe, die Retter von dem Toten genommen hätten, solle er zweifelsfrei identifiziert werden.

Update, 29. Juli, 12.44 Uhr: Suche nach zweitem Vermissten dauert an

Auch am Mittwoch geht die Suche nach de zweiten vermissten Arbeiter weiter. In der Nacht wurden dazu laut Feuerwehr weitere Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Der Schutt wird weiterhin Stück für Stück abgetragen, zwei Kräne unterstützen die Arbeiten.

Die Identität des toten Bauarbeiters ist weiterhin ungeklärt. Die Arbeiten werden wohl noch bis in die Nacht andauern.

Update, 29. Juli, 6.08 Uhr: Identität der beiden Bauarbeiter weiterhin unklar

Am frühen Mittwochmorgen habe man damit begonnen, den Schutt von oben nach unten abzutragen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Unter anderem kämen auch zwei Kräne zum Einsatz. Zuvor sei die Feuerwehr noch mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt gewesen.

Die Identität der beiden Bauarbeiter ist hingegen weiterhin unklar. Auch in der Nacht zum Mittwoch war die Feuerwehr noch mit rund 60 Einsatzkräften vor Ort.

Update, 28. Juli, 17.34: Baugenehmigung erst am Montag erteilt

Laut Mitteilung der Stadt Düsseldorf ist die Genehmigung für den beantragten Umbau des eingestürzten fünfstöckigen Anbaus erst am Montag erteilt worden.

"Der Bauherr hatte im Februar 2020 Planungen für die weitgehende Sanierung des Anbaus bei der Stadt eingereicht. Dabei ging es auch um den Umbau einer tragenden Wand", so die Mitteilung.

Und weiter: "Erst am frühen Nachmittag am Montag wurde dann vom Bauaufsichtsamt die Baugenehmigung an den Bauherrn verschickt. Doch damit ist nicht sofort eine Freigabe der Bauarbeiten verbunden."

Der Bauherr habe noch einen sogenannte Standsicherheitsnachweis beim Amt einreichen müssen. Dieser diene als Nachweis, dass die Statik des Gebäudes auch während und nach den Arbeiten gewährleistet ist. 

"Dieser Nachweis ist bei der Landeshauptstadt Düsseldorf bislang nicht eingegangen", so ein Sprecher der Stadt Düsseldorf.

Jetzt müsse geklärt werden, welche Arbeiten auf der Baustelle bereits vor der Genehmigung durchgeführt wurden.

Update, 28. Juli, 17.31 Uhr: Oberbürgermeister vor Ort

Oberbürgermeister Thomas Geisel und Baudezernentin Cornelia Zuschke haben sich am Dienstag, 28. Juli, vor Ort an der Luisenstraße ein eigenes Bild von der Unglückstelle gemacht.

"Wir drücken den Hinterbliebenen des Opfers unser großes Mitgefühl aus und hoffen, dass der zweite Vermisste doch noch gerettet werden kann", erklärte der Oberbürgermeister.

 "Auch meine Gedanken sind bei den Angehörigen. Es muss nun lückenlos aufgeklärt werden, wie es zu dem Einsturz kommen konnte", sagt die Beigeordnete Cornelia Zuschke.

Düsseldorf: Feuerwehrleute arbeiten in einem Keller des eingestürzten Gebäudes. Auf einem Nachbardach stehen Polizistinnen des Landeskriminalamts.
Düsseldorf: Feuerwehrleute arbeiten in einem Keller des eingestürzten Gebäudes. Auf einem Nachbardach stehen Polizistinnen des Landeskriminalamts.  © Marius Becker/dpa

Höhenretter, Feuerwehr und Seelsorger in Düsseldorf im Einsatz

Ein Blick auf die Baustelle des eingestürzten Hauses in Düsseldorf.
Ein Blick auf die Baustelle des eingestürzten Hauses in Düsseldorf.  © Gerhard Berger/dpa

Die ganze Nacht hindurch waren Höhenretter und Feuerwehrleute vor Ort. Dass außer einem Mann noch ein weiterer Bauarbeiter fehlte, war erst Stunden nach dem Einsturz bekannt geworden. 

Notfallseelsorger und Psychologen betreuten über 50 Menschen: darunter Arbeiter von der Baustelle, Angehörige der Vermissten und Anwohner, die aus ihren Wohnungen heraus mussten. 

Rettungshunde waren zum Unglücksort gebracht, aber nicht eingesetzt worden.

Ein Feuerwehrsprecher nannte die Lage vor Ort am Dienstag weiterhin "sehr dynamisch und instabil". Für die Feuerwehr waren 60 Mann vor Ort. 

Um den ganzen Gebäudekomplex zu überwachen, brachte das Technische Hilfswerk Messpunkte an, um die Statik permanent zu prüfen.

Die Polizei sperrte die Straßen rund um den Einsturzort ab. Etliche Fahrzeuge von Feuerwehr und Polizei standen auf den Fahrbahnen. "Sobald unsere Ermittler den Ort betreten können, werden die Ermittlungen aufgenommen", sagte ein Polizeisprecher.

Die Fassade des aus der Nachkriegszeit stammenden Vorderhauses war zumindest äußerlich nicht beschädigt. Die Stadtwerke trennten das gesamte Gebäude von der Energiezufuhr. 

Vorsichtshalber waren noch am Montag drei angrenzende Gebäude geräumt worden. Davon waren zunächst 40 Menschen betroffen. Unklar ist, wann sie zurückkehren können. "Es ist noch nicht abzusehen, wann der Einsatz zu Ende geht", sagte der Feuerwehrsprecher.

Titelfoto: David Young/dpa

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