Vier Menschen sterben bei Feuer in Wohnhaus: Urteil über Hauseigentümer gefällt

Saarbrücken - Wegen fahrlässiger Tötung steht am Mittwoch (9 Uhr) der Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses in Saarbrücken vor Gericht.

Das Feuer im Dezember 2017 hatte eine Frau verursacht, die darauf zu elf Jahren Haft verurteilt wurde (Symbolfoto).
Das Feuer im Dezember 2017 hatte eine Frau verursacht, die darauf zu elf Jahren Haft verurteilt wurde (Symbolfoto).  © 123rf/Jörg Hüttenhölscher

Bei einem Feuer in seinem Haus im Dezember waren durch die Rauchgasentwicklung vier Menschen getötet und drei verletzt worden. Der 38 Jahre alte Angeklagte wird beschuldigt, von der Funktionsuntüchtigkeit von Brandschutztüren und des Fehlens eines Rauchgasabzugs gewusst zu haben.

Das Feuer hatte eine Frau verursacht, die im Juli 2018 wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden ist. Sie stand zur Tatzeit unter Drogeneinfluss. Der Vorsitzende Richter des Landgerichts hatte damals von "einer der schlimmsten Brandkatastrophen des Saarlandes" gesprochen.

Dem Landgericht zufolge war der Tod der vier Personen dadurch mitverursacht worden, dass ein Rauchabzug fehlte. Außerdem seien die Abschlusstüren zu den Fluren in den oberen Wohngeschossen nicht voll funktionstüchtig gewesen.

Dadurch hätten sich die Rauchgase ungehindert in dem Anwesen und den oberen Etagen ausbreiten können.

Der Eigentümer soll es unterlassen haben, die Installation beziehungsweise Instandsetzung zu veranlassen, heißt es in der Anklage. Der Tod der vier Menschen und die Verletzungen der drei weiteren Personen hätten verhindert werden können.

Für den Prozess gegen den Hauseigentümer ist nur ein Sitzungstermin anberaumt. Ein Urteil könnte demnach schon am Mittwoch fallen.

Update, 16.25 Uhr: Angeklagter hat angeblich nicht absichtlich auf Maßnahmen verzichtet

Vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er nicht absichtlich auf diese Maßnahmen verzichtet habe. "Ich hatte sie nicht auf dem Schirm. Ich würde es gerne ändern, aber es geht halt nicht."

Schon 2012 habe es in dem Haus einen Brand gegeben. Sachverständige hätten damals nichts zu beanstanden gehabt.

Update, 17.05 Uhr: Bewährungsstrafe für Hauseigentümer nach tödlichem Feuer

Nach einem Feuer in einem Wohn- und Geschäftshaus mit mehreren Toten hat das Landgericht Saarbrücken den Eigentümer wegen fahrlässiger Tötung zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Außerdem verhängten die Richter eine Geldauflage über 100.000 Euro gegen ihn.

Titelfoto: 123rf/Jörg Hüttenhölscher

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