Abschiebungen nach Afghanistan geplant: Proteste in Leipzig und Merseburg

Leipzig - Am Mittwoch soll es laut dem Flüchtlingsrat in Brandenburg zu einer Sammelabschiebung vom BER-Flughafen in Berlin nach Afghanistan kommen. Nicht nur in Leipzig kommt es deshalb zu Protesten.

Vom Flughafen BER soll die Sammelabschiebung am Mittwoch starten. In leipzig und Merseburg regte sich der Protest.
Vom Flughafen BER soll die Sammelabschiebung am Mittwoch starten. In leipzig und Merseburg regte sich der Protest.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Angaben des Netzwerks "Protest LEJ" haben sich bereits am Dienstagabend rund 80 Personen auf dem Willy Brandt-Platz in Leipzig versammelt, um gegen die Abschiebung zu demonstrieren. Bundesweit kam und kommt es ebenfalls zu Demonstrationen - unter anderem am Mittwoch um 13 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Merseburg.

Die Maßnahme am Mittwoch könnte die vierte Sammelabschiebung in 2021 und die 38. Sammelabschiebung seit der Wiederaufnahme von Abschiebungen nach Afghanistan im Jahr 2016 sein.

Dabei gilt Afghanistan laut dem Global Peace Index von 2020 aufgrund von andauerndem Terror, Bürgerkrieg und der anhaltenden Pandemielage als unsicherstes Land der Welt.

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Auch das Auswärtige Amt warnt eindringlich vor einer Einreise. Während des Ausbruchs der Corona-Pandemie waren die Abschiebungen nach Afghanistan kurz unterbrochen, wenig später jedoch wieder aufgenommen worden.

"Der Gedanke, dass sich in ebendieser Minute Polizisten vorbereiten, um Menschen in den Krieg abzuschieben, ist gruselig. Wir appellieren an das Gewissen aller, die am Abschiebeprozess mitwirken, Sand ins Getriebe dieser erbarmungslosen Maschinerie zu streuen", so eine Meldung des "Protest LEJ".

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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