Chaos an polnisch-belarussischer Grenze: Menschenflut von etwa 3500 Personen!

Warschau - An der EU-Außengrenze zwischen Polen und Belarus kommen nach polnischen Angaben auf der belarussischen Seite des Übergangs Kuznica immer mehr Migranten zusammen.

Die Lage an der Grenze wird immer ungemütlicher.
Die Lage an der Grenze wird immer ungemütlicher.  © Oksana Manchuk/BelTA/AP/dpa

Nach Angaben der Polizei seien dort mittlerweile rund 3500 Menschen versammelt, schrieb der Sprecher des Koordinators der Geheimdienste, Stanislaw Zaryn, am Montag auf Twitter.

Dazu postete er ein Video mit Luftaufnahmen. Sie zeigen eine große Menschenmenge bei den Abfertigungsanlagen des geschlossenen Grenzübergangs auf belarussischer Seite.

Das Verteidigungsministerium teilte per Twitter mit, das Zeltlager in der Nähe sei praktisch leer. Den Angaben zufolge kommt es auch zu Provokationen durch belarussische Uniformierte.

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"Das Geräusch von Schüssen, vermutlich aus blinder Munition, gehört zu den alltäglichen Ereignissen, mit denen unsere Soldaten und Beamten fertig werden müssen."

Eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte: "Wir rechnen damit, dass es einen Versuch geben wird, die Grenze mit Gewalt zu überwinden. Momentan haben wir alle Kräfte dorthin geordert, die wir zur Verfügung haben."

In den kommenden Tagen Fernunterricht an den Schulen in Kuznica

Hier stehen Migranten, die sich vor einem Stacheldrahtzaun am Kontrollpunkt Kuznica an der belarussisch-polnischen Grenze versammelt haben, der Polizei hinter Stacheldraht gegenüber.
Hier stehen Migranten, die sich vor einem Stacheldrahtzaun am Kontrollpunkt Kuznica an der belarussisch-polnischen Grenze versammelt haben, der Polizei hinter Stacheldraht gegenüber.  © Oksana Manchuk/BelTA/AP/dpa

Auch der belarussische Grenzschutz berichtete am Mittag, dass eine "große Kolonne" sich in Richtung polnischer Grenze bewege.

Entgegen der polnischen Darstellung betonte die belarussischen Behörde, die Migranten organisierten sich eigenständig.

Für die Schulen in Kuznica und im 16 Kilometer weiter nördlich gelegenen Ort Nowy Dwor ordnete die polnische Schulbehörde wegen der aktuellen Situation Fernunterricht für die kommenden Tage an.

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Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, da Polen in der Grenzregion den Ausnahmezustand verhängt hat. Journalisten und Helfer dürfen nicht hinein.

Das gilt auch für das Grenzgebiet auf belarussischer Seite. An Polens Grenze zu Belarus harren auf der belarussischen Seite seit mehreren Tagen Tausende Migranten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in provisorischen Camps im Wald aus.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko (67) wird beschuldigt, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

Titelfoto: Oksana Manchuk/BelTA/AP/dpa, Screenshot/Twitter Stanislaw Zaryn

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