Deutschland nimmt Italien und Malta weitere Flüchtlinge ab

Brüssel (Belgien) - Deutschland will den Mittelmeerländern Malta und Italien wieder aus Seenot gerettete Flüchtlinge abnehmen.

Migranten gehen im Hafen von Malta von Bord.
Migranten gehen im Hafen von Malta von Bord.  © dpa/Jonathan Borg/XinHua

"Wir werden auch in diesen Fällen Migranten aufnehmen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit Blick auf zuletzt gerettete Menschen. "Die Tatsache, dass es eine Delle gab, liegt schlicht und einfach an der Corona-Entwicklung."

Deutschland hatte Italien und Malta in der Vergangenheit eigentlich regelmäßig geholfen. In der Corona-Krise wurden zuletzt jedoch keine Zusagen mehr gemacht. 

Die Lage entspanne sich derzeit aber, sagte Seehofer. Die genaue Anzahl der Menschen, die Deutschland aufnehmen werde, könne er jedoch noch nicht nennen, weil noch Gespräche liefen.

Malta hatte am Wochenende mehr als 400 gerettete Migranten an Land gehen lassen (TAG24 berichtete).

Viele von ihnen saßen zuvor mehrere Wochen auf kleinen Quarantäne-Schiffen vor dem Mittelmeerland fest, einige bereits seit dem 30. April. 

Auch andere EU-Staaten nehmen Migranten auf

Auf dem blockierten deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" vor Sizilien verzweifelten die Migranten zunehmend. Nun durften sie das Schiff verlassen.
Auf dem blockierten deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" vor Sizilien verzweifelten die Migranten zunehmend. Nun durften sie das Schiff verlassen.  © dpa/Fabian Heinz/Sea-Eye

Nach Angaben der EU-Kommission vom Montag sind auch Luxemburg, Frankreich und Portugal bereit, Malta Menschen abzunehmen. 

Seehofers Zusage betrifft zudem Migranten der Rettungsschiffe "Alan Kurdi" und "Aita Mari". Beide waren Anfang Mai von italienischen Behörden festgesetzt worden.

Italien und Malta hatten in der Corona-Pandemie erklärt, sie könnten keine sicheren Häfen für Migranten mehr bieten, und fordern mehr Unterstützung der anderen EU-Staaten.

Titelfoto: dpa/Jonathan Borg/XinHua

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