Dorf nahm 750 Flüchtlinge auf: Was hat sich seitdem verändert?

Sumte - Vor fünf Jahren hat das 100-Einwohner-Dorf Sumte im Amt Neuhaus für Schlagzeilen gesorgt, nachdem es 750 Flüchtlinge aufgenommen hatte.

Das Ortsschild von Sumte im Landkreis Lüneburg.
Das Ortsschild von Sumte im Landkreis Lüneburg.  © Philipp Schulze/dpa

Am 2. November 2015 kam der erste Bus mit den Menschen, die in einer Notunterkunft Platz fanden. 

Die Bedenken der Bürger waren anfangs groß. Nach einem Jahr war der ehemalige Bürokomplex aber schon wieder leer. "Das Gute war, es ist nichts passiert", sagte der stellvertretende Bürgermeister von Neuhaus, Christian Fabel (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Eine Handvoll Menschen kam mit Plakaten, auf denen "Asylterror" stand. "Die Rechten haben Stimmung gemacht", berichtet Fabel. Die Situation sei nicht einfach gewesen.

Der damalige Ortsvorsteher organisierte viele Bürgerversammlungen und arbeitete eng mit dem Betreiber, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), zusammen. Der ASB habe gute Arbeit geleistet und manche Streitigkeiten und Ruhestörungen unterbunden, berichtete Fabel.

Nur ein Jahr lang blieben die Flüchtlinge in dem Ort in der Elbmarsch, der vor der Wiedervereinigung zur DDR zählte und erst seit 1993 wieder zu Niedersachsen gehört.  

Die Notunterkunft wechselte den Besitzer, inzwischen gibt es Pläne für einen Caravan-Stellplatz, altersgerechtes Wohnen von Senioren und eine Kindertagesstätte.

Was ist geblieben? Die Flüchtlingszahlen sind insgesamt seit 2017 erheblich zurückgegangen, inzwischen hat Sumte nur noch wenige Geflüchtete, die integriert sind. Unterbringungsprobleme hätte man nicht, meint Fabel.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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