Ertrunkene Migranten: Polizisten sahen offenbar seelenruhig zu

Calais - Ließen französische Polizisten 31 Flüchtlinge einfach in ihr Verderben laufen? Frankreich steht nach der Tragödie im Ärmelkanal massiv unter Druck.

Französische Polizisten patrouillieren am Strand von Wimereux nahe Calais.
Französische Polizisten patrouillieren am Strand von Wimereux nahe Calais.  © Louis Witter/AP/dpa

Videoaufnahmen belegen, dass mehrere Polizisten offenbar seelenruhig dabei zuschauten, wie die 31 Migranten ihr unsicheres Schlauchboot vorbereiteten und anschließend in Richtung England aufbrachen.

Ihre Aufgabe wäre es gewesen, die Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern. In der Folge starben alle 31 Menschen, nachdem das Boot umgekippt war.

Die Migranten, darunter fünf Frauen und ein kleines Mädchen, ertranken im eiskalten Wasser (TAG24 berichtete).

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Inzwischen reagierte auch der britische Premier Boris Johnson (57) auf das Unglück. Er warf Frankreich vor, Menschenhändler "mit Mord davonkommen" zu lassen, berichten die Sun und weitere Medien.

"Dies ist eine absolute Tragödie. Es unterstreicht, warum die Rettung von Menschenleben auf See damit beginnt, dass die Boote gar nicht erst ins Wasser gelangen", ergänzte die britische Abgeordnete Natalie Elphicke (51).

Frankreich wird nun außerdem vorgeworfen, das Geld britischer Steuerzahler verschwendet zu haben. Denn die britische Regierung beteiligte sich finanziell an der Aufstockung der französischen Polizei-Patrouillen am Strand vor Calais.

Mehr als 25.000 Migranten haben dieses Jahr bereits den Ärmelkanal überquert - weitaus mehr als die 8000 Menschen, die im Jahr 2020 gezählt wurden.

Titelfoto: Louis Witter/AP/dpa, Gareth Fuller/PA Wire/dpa

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