Thüringen nimmt 177 Flüchtlinge aus Griechenland auf und will weitermachen

Erfurt - In Thüringen haben nach Angaben des Migrationsministeriums in den vergangenen Monaten 177 Geflüchtete aus griechischen Flüchtlingslagern Zuflucht gefunden.

Bilder aus dem vergangenen Oktober: Geflüchtete steigen auf dem internationalen Flughafen in Athen in ein Flugzeug nach Deutschland. Später wurden zehn von ihnen nach Thüringen gebracht. In den vergangenen Monaten nahm der Freistaat 177 Migranten auf. (Archivbild)
Bilder aus dem vergangenen Oktober: Geflüchtete steigen auf dem internationalen Flughafen in Athen in ein Flugzeug nach Deutschland. Später wurden zehn von ihnen nach Thüringen gebracht. In den vergangenen Monaten nahm der Freistaat 177 Migranten auf. (Archivbild)  © Marios Lolos/XinHua/dpa

Sie wurden im Zuge verschiedener Aufnahmekontingente des Bundes auf den Freistaat verteilt, wie das Ministerium am Samstag mitteilte.

Unter ihnen sind behandlungsbedürftige Kinder und deren Kernfamilien, unbegleitete minderjährige Flüchtlingen nach dem Großbrand im Aufnahmelager Moria und bereits in Griechenland als Flüchtlinge anerkannte Menschen. Der vorerst letzte Flug mit bereits anerkannten Migranten war laut Ministerium am Freitag eingetroffen.

Zwischen dem August 2020 und März 2021 nahm der Freistaat unter anderem 35 Familien mit zusammen 96 Kindern und 15 unbegleitete Minderjährige auf, die Menschen stammen überwiegend aus Afghanistan. "Das Auslaufen der Bundesprogramme bedeutet aber kein Ende unserer humanitären Verantwortung", erklärte Migrationsminister Dirk Adams (52, Grüne) in der Mitteilung.

Die Zustände in den Lagern in Griechenland seien weiterhin katastrophal, die Lage in Herkunftsländern wie Syrien und Afghanistan habe sich nicht verbessert. "Wir müssen, können und werden weiterhelfen", so Adams. Thüringen sei bereit, seinen Beitrag zu leisten.

Das Bundesinnenministerium hatte dem Freistaat im vergangenen Jahr die Zustimmung für ein eigenes Landesprogramm zur Aufnahme von rund 500 Flüchtlingen von griechischen Ägäis-Inseln versagt, ebenso wie dem rot-rot-grün regierten Berlin. Eine Klage gegen Ressortchef Horst Seehofer (71, CSU) ist in der Thüringer Landesregierung umstritten.

Linke und Grünen wollen klagen, die SPD bislang nicht.

Titelfoto: Marios Lolos/XinHua/dpa

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