Mehr als 70 Migranten sterben nach Flüchtlingsboot-Unglück

Libyen - Nach einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer hat die spanische Hilfsorganisation Open Arms versucht, etwa 100 Menschen aus dem Wasser zu bergen.

Ein libyscher Flüchtling liegt nach seiner Rettung an Bord des Rettungsboots der spanischen Hilfsorganisation Open Arms.
Ein libyscher Flüchtling liegt nach seiner Rettung an Bord des Rettungsboots der spanischen Hilfsorganisation Open Arms.  © Sergi Camara/AP/dpa

Das teilte die Gruppe am Mittwoch auf Twitter mit. Darunter seien auch Kinder und ein Baby.

Die Rettungsaktion durch die Mannschaft des Schiffs "Open Arms" habe über Mittag angedauert, berichtete eine Sprecherin in Italien am Mittwoch.

Das Bootsunglück sei in internationalen Gewässern vor Libyen passiert. Später hieß es auf Twitter, fünf Menschen seien gestorben, die Kinder alle an Bord gebracht worden.

Die Organisation kritisierte, dass Staaten und offizielle Stellen die Migranten oft tagelang im Meer "sich selbst überlassen" würden.

Seit Monaten legen immer wieder Menschen in kleinen Booten in den nordafrikanischen Ländern Tunesien und Libyen ab, um nach Europa zu gelangen.

Italien ist häufig ihr erstes Ziel. Auf dem Weg gerät ein Teil der Bootsmigranten in Seenot. Die Fahrten der privaten Hilfsschiffe, die ihnen helfen, sind ein umstrittenes Thema.

Libysche Flüchtlinge werden von Mitgliedern der spanischen Hilfsorganisation Open Arms nach einem Bootsunglück gerettet.
Libysche Flüchtlinge werden von Mitgliedern der spanischen Hilfsorganisation Open Arms nach einem Bootsunglück gerettet.  © Sergi Camara/AP/dpa
Eine schwangere Frau bekommt an Bord einen Ultraschall.
Eine schwangere Frau bekommt an Bord einen Ultraschall.  © Sergi Camara/AP/dpa

Insgesamt kamen in Italien nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen gewesen.

Update, 12. November, 17.32 Uhr: Mindestens 74 Tote bei Unglück

Beim Untergang eines Bootes mit Flüchtlingen sind vor der Küste Libyens mindestens 74 Menschen ertrunken. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag mit.

Titelfoto: Sergi Camara/AP/dpa

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