Flüchtlingswelle über Polen-Grenze nimmt nicht ab: 83 Flüchtlinge in 24 Stunden!

Görlitz - Am Donnerstag sind rund um Görlitz insgesamt 79 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die über die polnisch-deutsche Grenze ins Land gekommen waren. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf mit.

Die Bundespolizei greift täglich neue Flüchtlinge auf, die über die polnische Grenze nach Sachsen illegal eingereist sind. (Symbolfoto)
Die Bundespolizei greift täglich neue Flüchtlinge auf, die über die polnische Grenze nach Sachsen illegal eingereist sind. (Symbolfoto)  © Swen Pförtner/dpa

Demnach wurden in der Nähe der Autobahn bei Nieder Seifersdorf am Vormittag gegen 10.45
Uhr zunächst zwei Frauen und sechs Männer aus Syrien sowie drei Jemeniten festgestellt.

Am Nachmittag folgten dann gegen 14.15 Uhr in der Ortslage Podrosche (Gemeinde Krauschwitz) eine weitere syrische Frau sowie zwei syrische Männer, die in Gewahrsam genommen wurden.

Sie sollen nach Angaben kurz zuvor zu Fuß über die Brücke von Polen nach Deutschland gelangt sein.

Fast zeitgleich trafen Einsatzkräfte am Rande des Truppenübungsplatzes Oberlausitz südlich von Weißwasser auf zwei Frauen, drei Kinder und drei Männer aus dem Irak, so ein Sprecher der Bundespolizei.

"Ungefähr eine Stunde später wurden in einem Waldstück zwischen den Ortslagen Kodersdorf und Wiesa 27 Frauen, Kinder und Männer aus dem Irak und aus Syrien entdeckt."

Fast 1.000 illegale Einreisen über polnische Grenze seit dem Sommer

Die Beamten, die für den Grenzschutz zuständig sind, kontrollieren regelmäßig Autos und Transporter an der Grenze zu Polen. (Symbolfoto)
Die Beamten, die für den Grenzschutz zuständig sind, kontrollieren regelmäßig Autos und Transporter an der Grenze zu Polen. (Symbolfoto)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Gegen 16.25 Uhr folgte nördlich von Görlitz der Aufgriff von fünf syrischen Männern. Am Abend sind schließlich gegen 17.15 Uhr in Reichenbach zwei Frauen, vier Kinder und fünf Männer aus dem Irak, gegen 18.30 Uhr in Kodersdorf drei Frauen, fünf Kinder, fünf Männer ebenfalls aus dem Irak sowie ein Iraner in Gewahrsam genommen worden.

Wie der Sprecher der Bundespolizei weiter mitteilte, wurden die Beamten zum Teil aus der Bevölkerung über die Flüchtlinge vor Ort informiert. Die Migranten wurden in ein Auffanglager der Bundespolizei in Ludwigsdorf gebracht.

Auch Bundespolizisten der Inspektion Ebersbach gingen einem Bürgerhinweis nach. In der Nacht zu Freitag gegen 0.50 Uhr wurde der Bundespolizei bekannt, dass sich in einem Wald nahe Tauchritz vier vermutliche Migranten aufhalten.

"Eine Streife begab sich vor Ort und stellte gegen 1.30 Uhr in dem Waldstück
drei irakische Männer im Alter von 21, 24 und 37 Jahren und eine irakische Frau
im Alter von 31 Jahren fest", so ein Sprecher der Bundespolizei. "Alle konnten sich mit irakischen Pässen ausweisen, über ein Visum oder Aufenthaltstitel verfügten sie nicht." Auch sie kamen in ein Auffanglager.

Mittlerweile nähert sich die Zahl der aufgedeckten illegalen Einreisen über die polnisch-deutsche Grenze der 1000-Marke. Erst am Dienstagmittag waren Flüchtlinge in einem Transporter entdeckt worden, die Luftnot und Durst hatten.

Brandenburg und Sachsen wollen gegen illegale Migration vorgehen
Flüchtlinge Brandenburg und Sachsen wollen gegen illegale Migration vorgehen

Schuld an dem neuen Flüchtlingsstrom ist offenbar Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko (67). Er hatte bereits im Mai angekündigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise nach Polen und ins Baltikum zu hindern.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (51, CDU) nannte dies eine "staatlich organisierte Schleusung".

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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