Flüchtling vor Bäckerei von Polizist erschossen: Drohen Beamtem doch noch Konsequenzen?

Fulda - Im Fall der tödlichen Schüsse auf einen gewalttätigen Flüchtling in Fulda im April 2018 hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten erneut wieder aufgenommen. 

Der 19-jährige Flüchtling aus Afghanistan war bei einem Polizeieinsatz vor einer Bäckerei in Fulda erschossen worden.
Der 19-jährige Flüchtling aus Afghanistan war bei einem Polizeieinsatz vor einer Bäckerei in Fulda erschossen worden.  © dpa/Jörn Perske

Der Bruder des 19 Jahre alten Toten habe gegen die Einstellung der Untersuchungen Beschwerde eingelegt, die zwischenzeitlich begründet worden sei, teilte die Staatsanwaltschaft Fulda am Montag mit. Danach habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt den Fall geprüft. 

"Einzelheiten zu den noch durchzuführenden Ermittlungen können derzeit nicht mitgeteilt werden, um diese nicht zu gefährden", hieß es in der Mitteilung. Der 19-jährige Flüchtling aus Afghanistan war bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. 

Er hatte zuerst vor einer noch für Kunden geschlossenen Bäckerei randaliert und einen Lieferfahrer mit einem Stein schwer am Kopf verletzt. Als er auch zur Hilfe gerufene Beamte mit Steinen und einem Schlagstock attackierte, wurde er von einem Beamten erschossen. 

Das Landeskriminalamt ermittelte. Am Vorgehen der Polizei hatte es daraufhin Kritik gegeben, die der Fuldaer Polizeipräsident seinerzeit zurückwies.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Fulda die Ermittlungen wieder aufgenommen, nachdem ein Handy-Video aufgetaucht war, das Szenen der Auseinandersetzung des 19-Jährigen mit Beamten in Fulda gezeigt hatte. 

Ende Juli vergangenen Jahres waren die Untersuchungen dann eingestellt worden.

Titelfoto: dpa/Jörn Perske

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