Griechische Regierung: Migranten sollen Feuer in Moria gelegt haben

Athen/Lesbos - Laut griechischer Regierung haben Migranten den Großbrand im Camp Moria selbst gelegt. "Das Feuer wurde von Menschen gelegt, die Asyl beantragt haben - als Reaktion auf die wegen des Coronavirus verhängte Quarantäne", sagte Regierungssprecher Stelios Petsas am Donnerstag.

Migranten schlafen am Straßenrand in der Nähe des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört.
Migranten schlafen am Straßenrand in der Nähe des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Es handele sich um Menschen, die "ihr Gastland nicht respektieren", so Petsas. Mit solchen Aktionen jedoch torpedierten diese Menschen jede Lösung.

"Wir sagen es ihnen klipp und klar: Sie werden nicht wegen des Feuers die Insel verlassen. Das können sie vergessen." Gelungen sei den Brandstiftern lediglich, Tausende Menschen - darunter Familien- obdachlos zu machen, kritisierte Petsas.

Athen will unterdessen in den nächsten Tagen 19.000 Corona-Tests auf Lesbos durchführen, teilte der Regierungssprecher weiter mit.

Die Angst eines unkontrollierbaren Virusausbruchs ist groß: 35 Migranten sind positiv auf das Virus getestet worden, doch infolge des Großbrandes sind sie nicht mehr alle ausfindig zu machen und könnten Tausende andere Menschen anstecken.

Die Polizei habe nur acht von ihnen aufgreifen können, teilte die Regierung mit.

Das griechische Fernsehen (ERT) zeigte am Donnerstag erneut Bilder von Menschen, die am Straßenrand lagen und auf Hilfe warteten.

Im bereits ausgebrannten Flüchtlingslager Moria stehen Zelte in Flammen.
Im bereits ausgebrannten Flüchtlingslager Moria stehen Zelte in Flammen.  © Socrates Baltagiannis/dpa

Einige Flüchtlinge übernachteten auf einem Friedhof. Humanitäre Organisationen und die Behörden planten am Donnerstag, Essen und Wasser zu den Menschen zu bringen, hieß es.

Titelfoto: Socrates Baltagiannis/dpa

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