Großer Zustrom an Ukraine-Flüchtlingen: Messehallen weitet Kapazitäten aus

Update, 16.42 Uhr: Zusätzliche Plätze in Hamburger Messehallen

Angesichts des weiter großen Zustroms ukrainischer Kriegsflüchtlinge nach Hamburg wird die Kapazität der Notunterkunft in den Messehallen ausgeweitet.

250 weitere Plätze würden in einer angrenzenden Halle geschaffen, sagte Markus Kaminski vom Deutschen Roten Kreuz am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer Notlösung. "Das ist im Prinzip ein Lager aus Feldbetten. Wir hoffen, dass wir es in diesem Maße nicht brauchen."

Die Messehallen sollen nur als Übergangsunterbringung dienen, bis die Flüchtlinge auf andere Unterkünfte in der Stadt verteilt werden können. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet, sagte Kaminski.

Originalmeldung von 10.45 Uhr:

Hamburg - Die neu geschaffene Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in den Hamburger Messehallen ist bereits voll belegt. In der Nacht seien weitere 400 Menschen mit Bussen zu der Unterkunft gebracht worden, sagte Markus Kaminski vom Deutschen Roten Kreuz am Mittwoch.

Blick in eine Notunterkunft für Flüchtlinge mit vier Schlafplätzen in den Hamburger Messehallen.
Blick in eine Notunterkunft für Flüchtlinge mit vier Schlafplätzen in den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

Damit sei die Kapazität von 950 Plätzen ausgeschöpft. "Mehr geht nicht", sagte er. Es würden aber Möglichkeiten geprüft, weitere Plätze auf dem Gelände bereitzustellen.

Die Unterkunft in der riesigen Messehalle war erst am Montag vom DRK fertiggestellt worden. Sie besteht aus durch Trennwände abgegrenzte, nach oben offene Kabinen, in denen jeweils zwei Doppelstockbetten aufgebaut sind. Zudem gibt es einen Catering-Bereich und Sanitär-Container.

Die Flüchtlinge sollen dort nach Plänen der Innenbehörde nicht dauerhaft bleiben, sondern möglichst rasch auf andere Unterkünfte in der Stadt verteilt werden.

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Kaminski lobte die Geduld der Flüchtlinge. Es werde viel Rücksicht genommen, auch von den Helfern. "Das Miteinander in dieser ja eigentlich eher bedrückenden Situation ist sehr harmonisch."

Derzeit werde eine beaufsichtigte Beschäftigung für die vielen kleinen Kinder vorbereitet, die zumeist mit ihren Müttern aus dem Kriegsgebiet geflohen seien. "Die Großen können draußen Fußball spielen, das ist kein Problem", sagte Kaminski.

Viele Bürgerinnen und Bürger hätten ihre Hilfe bei Kinderbetreuung angeboten. Häufig scheitere dies aber am dafür notwendigen erweiterten polizeilichen Führungszeugnis. "Das hat man ja nicht mal eben in der Schublade", sagte er.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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