Polizeieinsatz in Asylunterkunft: Gruppen gehen aufeinander los

Halberstadt - In der Zentralen Erstaufnahme (ZASt) für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt sind beim Streit zwischen zwei größeren Gruppen zwei Flüchtlinge leicht verletzt worden.

Polizeibeamte sichern in der Zentralen Anlaufstelle für Asylsuchende (ZASt) einen Polizeieinsatz ab.
Polizeibeamte sichern in der Zentralen Anlaufstelle für Asylsuchende (ZASt) einen Polizeieinsatz ab.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

In der Nacht auf Montag hatten verbale Attacken zwischen Schwarzafrikanern und vorrangig Georgiern zu eskalieren gedroht, vereinzelt kam es auch zu körperlichen Übergriffen, wie die Polizei mitteilte. 

Mit Steinen und waffenähnlichen Gegenständen wurden mehrere Fensterscheiben und Türverglasungen eines Wohnblocks beschädigt oder zerstört.

"Beide Gruppierungen sollen versucht haben, an die Unterkünfte der jeweils anderen zu gelangen", so Polizeisprecher Frank Küssner.

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Die Polizei konnte die Lage nach eigenen Angaben schließlich beruhigen. Bei der Tatortarbeit wurden mehrere Schlag- und Hiebwaffen sichergestellt. 

Sie ermittelt wegen schweren Landfriedensbruches. Um derartige Vorfälle künftig zu unterbinden, seien "weiterführende Maßnahmen" in Vorbereitung, so Küssner.

Wegen zahlreichen Covid-19-Fällen in der Einrichtung in Halberstadt sind die Einwohner derzeit in Quarantäne. Am Donnerstag wurde die Maßnahme für rund alle 850 Bewohner bis zum 21. April verlängert. 

Derzeit dürfen die Geflüchteten das Gelände der ZASt nicht verlassen. Die beengte Situation sorgte zuletzt mehrfach für Tumulte.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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