Nach Feuer auf Lesbos: Schleswig-Holstein spendet Tausende Schlafsäcke

Kiel - Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria wird Schleswig-Holstein 4000 Schlafsäcke für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos zur Verfügung stellen.

Das Technische Hilfswerk übernimmt den Transport der Schlafsäcke.
Das Technische Hilfswerk übernimmt den Transport der Schlafsäcke.  © THW Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Laut Mitteilung des Auswärtigen Amtes habe die griechische Regierung ein entsprechendes Angebot angenommen, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. 

Den Transport der Schlafsäcke aus dem DRK-Logistikzentrum in Schwentinental bei Kiel übernehmen demnach ehrenamtliche Kräfte des Technischen Hilfswerks.

"Viele der Flüchtlinge haben das Wenige, das sie noch hatten, verloren", sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). "Es ist deshalb eine Selbstverständlichkeit, dass wir der griechischen Regierung am vergangenen Freitag unsere Bestände angeboten haben". 

Nach Rettung von Flüchtlingen: Strafbefehl gegen Kapitän Reisch aufgehoben
Flüchtlinge Nach Rettung von Flüchtlingen: Strafbefehl gegen Kapitän Reisch aufgehoben

Schleswig-Holstein erneuere auch das Angebot, für die Aufnahme von Flüchtlingen von der Insel Lesbos auch über den "Königsteiner Schlüssel" hinaus zur Verfügung zu stehen, sagte die Ministerin. Der genannte Schlüssel entspricht einem Anteil von 3,4 Prozent.

Griechische Regierung hat Angst vor weiteren Bränden

Anfang September wird das Flüchtlingslager Moria bei einem Brand komplett zerstört. (Symbolfoto)
Anfang September wird das Flüchtlingslager Moria bei einem Brand komplett zerstört. (Symbolfoto)  © Panagiotis Balaskas/AP/dpa

Allerdings: Griechenland will trotz der schwierigen Situation auf Lesbos die Migranten nicht zum Festland bringen oder gar gruppenweise nach Deutschland schicken - jedenfalls nicht ohne positiven Asylbescheid.

Hintergrund ist die Befürchtung, es könne sich eine Art "Moria-Taktik" entwickeln und Migranten auch in anderen Lagern Feuer legen.

"Wer denkt, er könne zum Festland und dann nach Deutschland reisen, der soll es vergessen", hatte Vize-Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos nach dem Brand in Moria gesagt.

Menschen illegal mit Güterzug aus Italien eingereist: Polizei sucht vergeblich
Flüchtlinge Menschen illegal mit Güterzug aus Italien eingereist: Polizei sucht vergeblich

"Mach es wie in Moria" dürfe nicht zum Slogan werden, warnte auch der Asylbeauftragte Manos Logothetis.

Titelfoto: THW Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Mehr zum Thema Flüchtlinge: