Linke will Flüchtlinge schnell in alle Regionen Thüringens verteilen

Suhl - Angesichts wieder steigender Flüchtlingszahlen hält die Linke-Landtagsfraktion eine möglichst rasche Verteilung der Neuankömmlinge auf die Kommunen für erforderlich.

Seit Sommer schlagen sich immer mehr Migranten über Belarus und Polen nach Deutschland durch. Allein in Thüringen wurden von Juli bis September doppelt so viele Asylanträge gestellt als im ersten Halbjahr 2021.
Seit Sommer schlagen sich immer mehr Migranten über Belarus und Polen nach Deutschland durch. Allein in Thüringen wurden von Juli bis September doppelt so viele Asylanträge gestellt als im ersten Halbjahr 2021.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Die Verteilung auf die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte müsse beschleunigt werden, sagte der migrationspolitische Sprecher der Fraktion, Patrick Beier (27), am Montag nach einem Besuch der Landeserstaufnahmestelle in Suhl.

Das für die Einrichtung zuständige Landesverwaltungsamt habe als Ziel angegeben, pro Woche rund 300 Menschen in die Kommunen schicken zu wollen, erklärte er. Dies werde die Fraktion im Blick behalten.

In der Einrichtung waren nach Angaben des Linke-Politikers am Montag 983 Menschen untergebracht. Migrationsminister Dirk Adams (53, Grüne) hatte die steigenden Flüchtlingszahlen in Thüringen in der vergangenen Woche als beherrschbar bezeichnet. "Das ist auch unser Eindruck", sagte Beier.

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Er verwies darauf, dass 2020 wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Schutzsuchende als in vorangegangenen Jahren in den Freistaat gekommen waren.

Seit dem Sommer haben sich Tausende Menschen aus Krisengebieten wie dem Irak und Syrien über Belarus und Polen nach Deutschland durchgeschlagen. "Man wird davon ausgehen müssen, dass mehr Menschen über diese Route kommen", so Beier. Er sei gespannt, wie die neue Bundesregierung damit umgehe.

Laut Migrationsministerium sind in Thüringen von Juli bis Ende September 3319 Asylanträge gestellt worden und damit fast doppelt so viele wie im ersten Halbjahr. Allein im September waren es 533 Anträge.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

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