Linke zum Drama in Moria: "Seehofer macht sich schon lange mitschuldig!"

Erfurt - In der Nacht zu Mittwoch ist das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fast komplett in Flammen aufgegangen. Jetzt melden sich die Thüringer Linken zu Wort und kritisieren Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) scharf. 

Susanne Henning-Wellsow (42) ist Fraktionsvorsitzende der Linken in Thüringen.
Susanne Henning-Wellsow (42) ist Fraktionsvorsitzende der Linken in Thüringen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Anlass der Kritik ist die Blockadehaltung des CSU-Politikers. Mit einem eigenen Landesaufnahmeprogramm möchte Thüringen und Bremen mehr Migranten aus dem überfüllten Lager nach Deutschland holen. Seehofer lehnte diesen Vorschlag bislang ab.

"Die Landesregierungen unter unserer Beteiligung setzen sich für die Aufnahme der Geflüchteten ein, doch die Bundesregierung blockiert unsere Hilfsangebote. Seehofer muss diese Haltung aufgeben, er macht sich schon zu lange mitschuldig", erklärte die Fraktionsvorsitzende Susanne Henning-Wellsow (42) auf dem Twitter-Profil ihrer Partei.

Darunter veröffentlichte die Partei ein Bild mit folgendem Zitat: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Gilt auch in Moria." 

Keine rechtlichen Argumente, sondern andere Überlegungen

Ein Junge steht mit einem Fahrrad in dem abgebrannten Flüchtlingslager.
Ein Junge steht mit einem Fahrrad in dem abgebrannten Flüchtlingslager.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow meldete zu Wort. Bei Facebook beschreibt der 64-Jährige die Bilder aus Moria als einen "weiteren Akt eines endlosen Dramas, indem Europa eine schandvolle Hauptrolle spielt." Er forderte zudem eine europäische Hilfsaktion.

Auch Patrick Beier, migrationspolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag, forderte zu einem sofortigen Handeln auf. "Wir haben nicht nur Platz, wir haben auch die rechtlichen Möglichkeiten."


Zu den Vorfällen und der Kritik aus Thüringen hat sich Seehofer noch nicht geäußert.

Titelfoto: Bildmontage: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa, Petros Giannakouris/AP/dpa

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