Mehr als 370 Migranten aus Seenot gerettet, darunter viele Kinder

Rom/Paris - Das Hilfsschiff "Ocean Viking" sucht für mehr als 370 Bootsmigranten, die im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet wurden, einen sicheren Hafen. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee am Samstag mit. Unter anderem habe sich die Crew an Malta und Italien mit ihrer Bitte um Aufnahme gewandt.

Die am 22. Januar 2021 von SOS Mediterranee herausgegebene Aufnahme zeigt Migranten, die vom Seenotrettungsschiff "Ocean Viking" gerettet werden. Bei diesem Einsatz im Mittelmeer vor Libyen rettete die Besatzung circa 140 Menschen von 2 Schlauchbooten in Seenot.
Die am 22. Januar 2021 von SOS Mediterranee herausgegebene Aufnahme zeigt Migranten, die vom Seenotrettungsschiff "Ocean Viking" gerettet werden. Bei diesem Einsatz im Mittelmeer vor Libyen rettete die Besatzung circa 140 Menschen von 2 Schlauchbooten in Seenot.  © Fabian Mondl/SOS MEDITERRANEE/dpa

"Mit 374 Überlebenden an Bord und einer zunehmend schlechten Wetterlage müssen wir die geretteten Menschen so schnell wie möglich an dem nächstgelegenen sicheren Hafen von Bord bringen, wie es das Seerecht vorschreibt", sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Mediterranee Deutschland. "Ein solcher sicherer Hafen kann nur ein europäischer sein."

Die Herkunftsländer der Geretteten seien mehrheitlich Guinea, Mali, Kamerun, die Elfenbeinküste, Sudan und Sierra Leone.

Es gab bis Freitag mehrere Einsätze, bei denen die Mannschaft der "Ocean Viking" Männer, Frauen und Kinder aus überbesetzten Schlauchbooten aufnahm.

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Unter ihnen seien 168 Minderjährige, von denen seien 131 unbegleitet, berichtete SOS Mediterranee.

Das Schiff habe allein am Freitagabend 106 Personen an Bord geholt.

Die "Ocean Viking" war nach monatelanger Pause am 11. Januar vom französischen Hafen Marseille ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen.

In Libyen herrscht seit fast zehn Jahren Bürgerkrieg. Dabei hat sich das Land zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Viele wollen über Italien nach Europa einreisen.

Titelfoto: Fabian Mondl/SOS MEDITERRANEE/dpa

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